Liebes Kind von Romy Hausmann [Buchrezension]

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“Nur noch ein Mensch wie wir alle, mit dem Funken der Hoffnung in uns, der uns auch auf die armseligsten Versuche hereinfallen lässt.” S. 411

 

Inhaltsangabe

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Der Vater versorgt seine Familie mit Nahrung, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder eine Mutter haben – koste es, was es wolle. Doch eines Tages gelingt dieser die Flucht. Und nun geht der Albtraum richtig los. Denn vieles scheint darauf hinzudeuten, dass sich der Vater mit aller Macht zurückholen will, was ihm gehört. Wahn oder Wirklichkeit?

 

Eigene Meinung

In “Liebes Kind” von Romy Hausmann, wurde ich ohne Vorwarnung, direkt in die Geschichte katapultiert. Stück für Stück erarbeitet sich der Leser die Geschichte und nimmt Teil an einem grausamen (Schau)Spiel. Die Autorin fackelt nicht lang, bringt uns die Welt unserer Hauptprotagonistin näher und hatte sofort das Interesse bei mir geweckt und mich gefesselt. Die Kälte die mich in diesem Buch ab der ersten Seite bereits angekrochen hat, wurde während des Lesens stärker. Es gibt nur eine Handvoll von “ruhigen” Momenten.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven näher getragen und endet fast dauerhaft mit einem Cliffhanger. So das ich Kapitel für Kapitel fast durchgewetzt bin, um zu erfahren was nun gerade passiert, aus beispielsweise der Sicht von Hannah, nur um in Hannahs Kapitel selbst, wieder ein so interessanten Kapitelwechsel zu haben, das, das Spiel sich dauerhaft von Kapitel zu Kapitel weiter zieht.

“Du hast das Gleiche erlebt, wir sind zwei. Du bist da, Lena, du verstehst mich.” S. 213

Tatsächlich haben mich dabei die einzelnen Charaktere nicht einfangen können. Die Geschichte ist sehr spannend, brutal, einschüchternd. Aber die Charaktere sind mir im nachhinein sehr Oberflächlich in Erinnerung geblieben. Dabei kann ich nicht einmal genau sagen woran es liegt. Jeder der Charaktere die hier und da auch als Hauptprotagonisten agieren, haben mich nicht bekommen. Es war nicht dieses Gefühl da, das ich mir Frieden für diesen Charakter wünsche, sondern eher die Auflösung. Den Täter. Den Grund. In “Liebes Kind” sind mir stark die unsympathischen Aspekte der einzelnen Charaktere im Kopf geblieben und wenige, beziehungsweise kaum, gute.

Ich kann den Hype um dieses Buch vollends nachvollziehen, aber trotzdem nicht auf allen Längen teilen. Die Wiederholungen einzelner Szenarien gliedern sich schon problemlos in die Geschichte mit ein, allerdings hat sich die Spannung dabei etwas abgebaut. Ich finde die Idee Klasse und sie wurde glaubhaft rüber gebracht. Auch war es nicht nur die beschriebene Physische, sondern auch Psychische Gewalt, die mich als Leser mit leichter Gänsehaut zurück gelassen hat.

Die Auflösung war mir etwas zu “einfach” inszeniert und empfand ich als etwas schwächelnd. Ich hatte nicht damit gerechnet um wen es sich handelt, dass hatte mich überrascht und mir auch das Gefühl von einem befriedigenden Thriller gegeben, aber das Ende im Allgemeinen hätte ich mir glaube ich gern, größer vorgestellt. Ebenfalls hätte ich mir gerne noch eins zwei Seiten von Hannah am Schluss gewünscht. Dennoch muss ich sagen, das ich “Liebes Kind” von Romy Hausmann jeden empfehlen möchte, der einen guten Thriller sucht. Hier greift man auf jeden Fall zu etwas spannendem das man nicht mehr so schnell aus der Hand legen möchte.

“Er macht den Tag und die Nacht. Wie Gott. Immer noch.” S. 152

Von mir bekommt "Liebes Kind" von Romy Hausmann 

4/5 Sternen!

Bildquelle: dtv
Buchdetails
Name: Liebes Kind
Autor: Romy Hausmann
Seiten: 432
Verlag: dtv
Erschienen: 23.10.2020
Kostenpunkt: 10,95€
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Kostenpunkt (Hörbuch / eBook): 9,99€
Genre: Thriller
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0