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Marias letzter Tag [Buchrezension]

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Lou und Maria sind beste Freunde. In Gegenwart von Maria ist alles gut und irgendwie besser – so empfindet es Lou zumindest. Maria ist mit Gedanken allem Anschein nach ganz wo anders. Erst als es zu einem schweren Unfall kommt, wird Lou klar, das es immer zwei Seiten der Medaille gibt…

Zwischen den Zeilen

In „Marias letzter Tag“ ist unsere Hauptprotagonistin Lou. Sie führt ein Leben mit genug Ängsten. Selbst ihr Familienhaus hat sie den liebevollen Namen „Titanic“ geben. Lou ist auch sonst eher im Hintergrund. Bloß nicht auffallen. Schön in der Masse untertauchen. Sie ist froh wenn ihre Freundin Maria die Aufmerksamkeit bekommt. Viel zu groß sind ihre Ängste und von diesen hat sie eine menge. Einen Anteil daran wird auch ihre Mutter haben, die Lou immer wieder mit den neusten Erkrankungen, die momentan kursieren. Dazu hat Lou auch noch mit (un)typischen „Jugendproblemen“ zu tun. Ihre Körpergröße. Sie betet und hofft, das sie nicht die 2 Meter Marke überschreitet, fehlen dazu doch nur noch 10 Zentimeter..

„Ein langes Ende, sagt meine Oma. Klar, dass sie mich nicht als Anfang von irgendwas bezeichnet. Immer schön pessimistisch bleiben.“ S. 29

Der Tag X

Als Lou von dem schrecklichen Unfall erfährt der ihrer Freundin Maria wieder fahren ist und es sogar nach Selbstmord aussieht, beschleicht sie eine weitere Angst: Die Angst nicht zu leben!

So beschließt sie unter dem Hashtag „Marias letzter Tag“ einen Videokanal zu gründen, einen Wunsch den sie schon lange hatte, nur sich nie traute, diesen zu verwirklichen. Mit dem Kanal möchte sie sich und andere Motivieren „JA“ zum Leben zu sagen und Mut und damit die Angst zu bekämpfen.
Ab diesen Augenblick, habe ich als Leser eine starke Entwicklung und Veränderung von Lou wahr genommen. Es tat gut sie aufblühen zu sehen und wie sie aus dem Schatten her vor tritt.
Ihr Selbstbewusstsein wächst als sie die ersten Kommentare und Follower gewinnt. Auch auf der Schule wird Lou eine kleine Berühmtheit.

Erst als ihre Lehrerin darauf Aufmerksam wird, scheint es schon fast zu spät zu sein und Lou muss sich mit den Konsequenzen auseinander setzen…

Schreibstil

Der Schreibstil von Alexandra Kui ist nicht beladen mit Klischees „typischer“ Jugendlichen und auch unsere Hauptprotagonistin ist stark entwickelt und durchdacht. Wir lesen über Lou durch die „Ich“ – Perspektive. Ihr Charme mit einem gewissen Humor über verschiedene Dinge zu denken, brachte mich zum schmunzeln. Es wirkt authentisch und nicht gekünstelt und erzwungen. Auch die Thematik der Angst wurde hier auf fantastische Art und Weise beschreiben, also wie Lou es empfindet.

Einzig die Nebencharaktere wirken ein wenig zu kurz gekommen, mir fehlt tiefe und engere Bindung. Stellenweise wurden sie nur erwähnt, wie zufällig aufgegriffen. Ich hätte mir gern nur ein Stückchen von der Detail liebe erhofft, wie sie es bei der Beschreibung der Angst getroffen hat.
Gerade Maria, die ja doch eine wichtige und auch tragende Rolle spielt, wird leider ein wenig zu sehr in den Hintergrund entlassen.

Empfehlung

Es ist ein Jugendbuch mit einer anderen Thematik. Ängste, Liebe, Wut und Wahnsinn. All das wird gebündelt in Lou mit der wir in eine Welt eintauchen die sehr aktuell ist und sehr wichtig. Jugendliche kommen mit diesem Buch jedenfalls auf ihre Kosten.

Mein Fazit zu Marias letzter Tag

Das Buch behandelt verschiedene Thematiken und wurden von Alexandra Kui gut zusammengeführt und mit Lou in der Hauptrolle auch gut besetzt. Der Charme und der Humor und auch der neu gefundene Mut, motiviert und regt zum Nachdenken an.

Die Nebencharaktere kommen leider eine Ecke zu kurz und auch das Ende schien zu schnell geschrieben und eher in die Sparte „Friede, Freude, Eierkuchen“ zu gehen, was mich ein wenig unschlüssig zurück ließ. Die Beziehung zwischen Maria und Lou wird abgeharkt, Lous Entwicklung scheint nicht unbedingt mehr als „nett“ zu sein und auch scheint sie keine weiteren Konsequenzen tragen zu müssen.

Ein paar Jahre jünger und ich hätte sicherlich ein paar meiner Kritikpunkte nicht erwähnt, weil mir DAS Gefallen hätte. Gut, und ein Pluspunkt, bekommt Frau Kui auf jeden Fall dafür, das sie die Geschichte nicht überstrapaziert und unnötig dramatisiert.

Von mir bekommt "Marias letzter Tag" von Alexandra Kui 

3,7/5 Sternen!

Inhalt

Der Sommer ohne Angst Jeder hat Angst: vor der Euro-Krise, dem steigenden Flusspegel, dem Notendurchschnitt. Lous beste Freundin Maria hat Angst, wie ihre Mutter an Krebs zu erkranken. Als sie von einem Zug erfasst wird und nur knapp überlebt, sprechen alle von versuchtem Selbstmord. Daraufhin ruft Lou den Sommer ohne Angst aus. Ihr Plan: zu leben, als sei es ihr letzter Tag. Tun, wovor sie sich immer gefürchtet hat. Sich fühlen, wie Maria sich gefühlt hat. Ihre Selbstgedrehten Videos postet Lou auf ihrem YouTube-Channel, dem sie den Titel »Marias letzter Tag« gibt. Rasant steigt die Zahl der Klicks, es entsteht eine Bewegung der Angstverweigerer. Die Mitschüler, Freunde und Fans übertrumpfen sich mit immer gefährlicheren Aktionen. Und irgendwann verliert Lou die Kontrolle …

Marias letzter Tag von Alexandra Kui Bildquelle: CBJ
Buchdetails
Name: Marias letzter Tag
Autor: Alexandra Kui
Seiten: 288
Verlag: CBJ
Erschienen: 02.03.2015
Kostenpunkt: 11,99€
Hier zu kaufen: Marias letzter Tag
Genre: Jugendbuch
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 1
Eine Antwort auf „Marias letzter Tag [Buchrezension]“
  1. […] Marias letzter Tag […]

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