Das vierte Feld – Prägung des Reiches Bd. 1 von Marin T. Kael [Epische Fantasy]

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“Die Stadt schreibt sich”, murmelte er.
“Und wir sind die Tinte”, erwiderte Lira.

 

!Achtung! 

Autor Marin T. Kael hatte mich gefragt ob ich seinen Debütroman Das vierte Feld – Prägung des Reiches Bd. 1 lesen und rezensieren möchte. Gerne habe ich dem zugestimmt. Marin T. Kael stellte mir sein Buch dafür als Rezensionsexemplar zur Verfügung. Ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich für das entgegenbrachte Vertrauen und die angenehme Anfrage! Meine Rezension spiegelt meine persönliche Meinung wieder und wird in keiner Art und Weise davon beeinflusst, das es sich hier um ein Rezensionsexemplar handelt!

 

Inhaltsangabe

In Varin sind Worte Wirklichkeit.

Jedes Edikt — ein Gesetz, besiegelt von Krone, Zünften und Kasse — kann Straßen bauen, Märkte lenken, Armeen stärken. Doch die Macht der Siegel zerbricht: Brüche reißen durch die Stadt, Treppen vergessen ihr Gewicht, Stimmen hallen ohne Mund.

Als ein verbotenes Freiedikt ein Hafenviertel zerstört, findet sich der junge Schreiber Arin zwischen Intrigen und Aufständen wieder. Königin Maev ringt um jedes Wort, das Ordnung bewahren könnte, während Zünfte und Kaufleute ihre eigenen Spiele spielen. Doch zwischen den offiziellen Siegeln taucht eine graue Prägung auf — makellos, unheimlich, ein Fingerzeig auf eine unsichtbare Macht, die längst über Varins Grenzen hinausreicht.

Arins Entdeckung wird das Reich verändern. Denn irgendwo jenseits der Küsten zieht jemand Linien, die niemand je unterschrieben hat — und deren Ziel ist eine neue Ordnung der Welt.

Eigene Meinung

Als ich die nette Rezensionsanfrage zu Das vierte Feld – Prägung des Reiches, Band 1 von Marin T. Kael selbst im Postfach hatte, reichte ein Blick auf das Buch, um mein Interesse zu wecken. Ob es meine Neugier stillen konnte oder mich eher verloren hat, erzähle ich euch hier.

Das Buch, das mir als E-Book zur Verfügung gestellt wurde, überrascht am Anfang gleich mit einer Karte der Stadt Varin, in der die Geschichte spielt. Ich glaube, viele von euch stimmen mir zu, wenn ich das ganz klar als Pluspunkt sehe. Ich liebe Karten! Ich finde es unheimlich schön zu sehen, wo ich mich gerade mit den Protagonisten befinde und welche Wege ich mit ihnen nachvollziehen kann.

Noch mehr angekurbelt wurde meine Neugier durch das Vorwort.

Marin T. Kael möchte, dass die Leser das Buch anhand ihres eigenen Wertekompasses erleben. Außerdem geht er bereits auf seinen Schreibstil ein, auf den ich unbedingt noch genauer eingehen möchte. Er erzählt, dass er viel Zeit in seine Metaphern und deren Bedeutungen gesteckt hat. Auch die Charaktere erwähnt er vorab. Diese seien absichtlich nur wenig detailliert beschrieben, damit die Leser selbst entscheiden können, wie sie auf die Figuren wirken und wie sie sich diese vorstellen.

Diese Punkte werden für meine Rezension noch wichtig, weswegen ich euch davon erzählen wollte.

Aber starten wir mal ganz vorn: mit dem Anfang der Geschichte.

Der Einstieg ist mehr oder minder schnell geschafft. Ich lerne früh den Protagonisten Arin kennen, der in der Stadt Varin eine Ausbildung zum Schreiber absolviert. Dabei werde ich mit einem sehr philosophischen und metaphorischen Schreibstil empfangen. Die Sätze sind kurz, aber durch die vielen Metaphern und Gedanken oft sehr bedeutungsschwer. Es geht nicht einfach nur um einen Stein, der fällt, sondern auch darum, welche Leere er hinterlässt, welche Spuren er zieht, welche Lautstärke und welches Gewicht er hat.

Genau da lag unter anderem meine Schwierigkeit.

Ich liebe philosophische Einwürfe und detaillierte Beschreibungen. Ich mag ausgeschmückte Texte, die mich zum Nachdenken bringen. Aber bitte, nimm mich auch ein wenig dabei an die Hand. Gerade zu Beginn einer Geschichte, die mir noch völlig fremd ist.

Ich habe mich sehr schwer damit getan, zwischen den Sätzen das Wichtige vom Ausgeschmückten zu unterscheiden und der eigentlichen Geschichte zu folgen. Häufig wusste ich nicht, welche Aussagen wirklich wichtig waren und welche hauptsächlich der Atmosphäre dienten. Ich hatte immer wieder das Gefühl, nach kleinen Hinweisen suchen zu müssen, ohne sicher zu sein, ob ich gerade etwas Entscheidendes entdeckt hatte oder doch nur eine weitere tiefgründige Formulierung auf meinen Vielleicht-Stapel legen konnte.

Leider blieb dieses Gefühl bis zum Ende bestehen und erschwerte mir den Zugang zur Geschichte.

Auch die Dialoge waren dabei nicht unbedingt hilfreich. Sie sind kurz, prägnant und ebenfalls häufig sehr bedeutungsschwer. Natürlich mag ich es, wenn zwischen den Zeilen etwas mitschwingt und nicht jedes Gespräch alles offenlegt. Hier hatte ich allerdings oft Schwierigkeiten, überhaupt zu verstehen, was die Figuren konkret sagen möchten und welche tiefere Bedeutung dahintersteckt. Ob ich aus manchen Aussagen die richtigen Schlussfolgerungen gezogen habe, kann ich deshalb nicht immer sagen.

Wenn selbst die Dialoge häufig aus knappen, metaphorischen Aussagen bestehen, fehlte mir manchmal einfach ein wenig die Orientierung.

Ein weiterer Punkt, der mir beim Lesen aufgefallen ist, betrifft die Charaktere.
Ich fand den Ansatz des Autors zunächst wirklich interessant, die Figuren bewusst nicht bis ins kleinste Detail zu beschreiben. Ich mag es, wenn ich als Leserin die Möglichkeit bekomme, Charaktere Stück für Stück selbst kennenzulernen und mir ein eigenes Bild von ihnen zu machen. Allerdings brauche ich dafür auch ein paar Anhaltspunkte. Und genau diese haben mir hier teilweise gefehlt. Ich erfahre hier und da Bruchstücke aus der Vergangenheit einzelner Figuren, aber nicht bei allen. Was hat sie geprägt? Was treibt sie an? Welche Eigenheiten, Ecken und Kanten besitzen sie? Und wie stehen sie eigentlich zueinander?

Bei Lira beispielsweise erfahre ich, dass sie eine Spionin ist. Aber was genau bedeutet das für sie? Wie ist sie in diese Rolle gekommen? Gerade solche Informationen hätten mir geholfen, sie besser zu verstehen und mir ein genaueres Bild von ihr zu machen. Mir fehlten häufig die Hintergründe und Motivationen, die den Charakteren mehr Tiefe gegeben hätten. Dadurch blieben einige von ihnen für mich ziemlich blass. Auch die Beziehungen zwischen den Figuren hätte ich gerne besser kennengelernt. Ich möchte schließlich nicht nur wissen, wer jemand ist, sondern auch, was diese Person ausmacht.

An diesem Punkt möchte ich aber auch fair sein: Es handelt sich um den ersten Band. Vielleicht werden einige Figuren in den Folgebänden noch ausführlicher beleuchtet. Trotzdem bewerte ich natürlich das Buch, das ich gelesen habe, und hier hätte ich mir an einigen Stellen eben mehr Informationen gewünscht.

Auch das Glossar war mir dabei leider keine große Hilfe. Ein Eintrag wie „Maev – Königin von Varin“ oder „Lira – lebt in den Gassen“ liefert zwar grundlegende Informationen, bringt mir die Figuren aber kaum näher. Gerade wenn ich mir vieles selbst erschließen soll, hätte ich mir hier ein paar mehr Anhaltspunkte gewünscht.

Die Hauptthematik, nämlich die Edikte, fand ich hingegen unheimlich interessant. Ich habe es sehr gemocht zu erfahren, wie sie funktionieren und wofür sie stehen. Ebenso fand ich es spannend zu lesen, wie die Stadt Varin auf die Ereignisse reagiert. Denn das ist in meinen Augen einer der großen Pluspunkte des Buches. Auch wenn ich mit dem Schreibstil durchaus meine Schwierigkeiten hatte, hat Marin T. Kael mir die Stadt umso schöner gemacht. Ich habe es genossen, mit Tessa, Arin und Lira durch Varins Straßen zu laufen und mehr über diese ungewöhnliche Welt zu erfahren. Die Grundidee hat mich neugierig gemacht, und ich fand es besonders spannend, wie die Edikte und die Veränderungen der Stadt miteinander zusammenhängen.

Hier habe ich das Potenzial der Geschichte besonders deutlich gespürt. Die Welt ist interessant und hebt sich von vielem ab, was ich bisher gelesen habe.

Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass ich bei manchen Kleinigkeiten sehr viele Details bekam, während mir an anderen Stellen Informationen fehlten, die mir geholfen hätten, die Geschichte und ihre Figuren besser zu verstehen. Ich bin durchaus bereit, beim Lesen mitzudenken und Zusammenhänge selbst zu entdecken – ich liebe es sogar! Aber wenn ich ständig überlegen muss, ob eine Formulierung nun ein wichtiger Hinweis oder lediglich eine weitere philosophische Ausschmückung ist, wird es irgendwann anstrengend. Für mich hat die Geschichte dadurch im Laufe des Buches leider auch etwas von ihrem Glanz verloren.

Die Kapitel in Das vierte Feld sind sehr kurz und knackig gehalten. Das hat mir grundsätzlich gut gefallen. Ebenso mochte ich die wechselnden Perspektiven von Arin, Lira und Maev, der Königin von Varin. Erzählt wird dabei aus der dritten Person.

Gerade die Perspektive von Königin Maev hat mir am meisten zugesagt. Die Art und Weise, wie sie sich im Laufe der Geschichte behaupten muss und Stärke zeigt, obwohl sie selbst zweifelt, fand ich sehr gelungen. Ebenso ist mir Auren, der Berater der Königin, positiv im Gedächtnis geblieben. Ich hatte stetig das Gefühl, dass er bereits sehr viel mehr wusste, als er bereit war zuzugeben. Das hat ihn für mich in eine geheimnisvolle Aura gehüllt und meine Neugier geweckt.

Diese beiden Figuren haben mir gezeigt, dass durchaus Charaktere und Entwicklungen in der Geschichte stecken, die mein Interesse wecken können. Umso mehr hätte ich mir gewünscht, auch bei den anderen Figuren häufiger das Gefühl zu haben, sie wirklich kennenzulernen.

 

Mein abschließendes Fazit

Das vierte Feld hat eine spannende Grundidee und mit der Stadt Varin eine Welt geschaffen, die mich durchaus neugierig gemacht hat. Leider konnte mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugen. Der sehr metaphorische Schreibstil und die fehlende Tiefe bei den Charakteren haben es mir schwer gemacht, wirklich in der Geschichte anzukommen. Schade, denn ich glaube, dass in dieser Geschichte noch viel Potenzial steckt.

Gleichzeitig kann ich mir gut vorstellen, dass gerade der besondere Schreibstil andere Leser*innen begeistern kann. Bei anderen Rezensionen habe ich bereits gelesen, wie sehr dieser für seine poetische und tiefgründige Art geschätzt wird. Auch wenn ich persönlich nur schwer Zugang dazu gefunden habe, möchte ich nicht ausschließen, dass genau darin für andere der Reiz dieser Geschichte liegt.

Schlussendlich muss ich gestehen, dass ich nicht weiß, ob ich das Buch so verstanden habe, wie der Autor es vielleicht beabsichtigt hatte. Vielleicht habe ich es auch gar nicht verstanden, während bei allen anderen die Scheuklappen zu Boden fielen und es klick machte.

Das vierte Feld ist für mich deshalb ein Buch, dessen Grundidee ich sehr wertschätze, dessen Umsetzung mich aber leider nicht vollständig überzeugen konnte.

 

„Genug! Niemand tötet. Niemand krönt. Noch nicht. Wir rufen den Großrat ein. Nicht nur Zünfte. Nicht nur Kasse. Nicht nur Schreiber. Auch das Volk. Heute wird gesprochen – nicht im Schatten, nicht im Flüstern. Heute redet Varin.“

 

Von mir bekommt "Das vierte Feld - Roman der Edikte" von Marin T. Kael 

2/5 Sternen!

das_vierte_feld_marin_T_kael Bildquelle: Selfpublisher
Buchdetails
Name: Das vierte Feld - Roman der Edikte
Autor: Marin T. Kael
Seiten: 248
Verlag: Selfpublisher
Erschienen: 08.10.2026
Kostenpunkt: TB: 14,99€ HC: 24,99€
Hier zu kaufen: Das vierte Feld - Roman der Edikte
Hier zu kaufen (Hörbuch / eBook): Das vierte Feld - Roman der Edikte
Kostenpunkt (Hörbuch / eBook): 3,99€
Genre: Fantasy
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0