Verliere mich. Nicht. [Buchrezension]

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!Achtung!
Da es sich um den zweiten Teil handelt, kann es durchaus sein das einige Spoiler bedingt durch Band eins (Berühre mich.Nicht.) erwähnt werden. Solltet ihr vorhaben diese Buchreihe noch zu lesen (was ich nur empfehlen kann) würde ich euch bitten direkt zum Fazit zu springen und/oder erst die vorherigen Rezensionen zu lesen =)

Gefangen zwischen Gefühlen und Angst

Dort saß Sage nun. Alles was sie sich mühsam neu aufgebaut hat, weit entfernt von ihrem Stiefvater Alan, hat sie nun eigenhändig zerstört. Kurzschlussreaktionen die ihr nicht nur die Beziehung zu Luca beenden ließen sondern auch ihre Freundschaft zu April mit aufs Spiel setzt. Doch auch wenn Sage und Luka sich noch so grausam trennten, scheint das Band zwischen ihnen Stärker zu sein. Leider scheint ihre Vergangenheit sie ein weiteres Mal einzuholen…
In „Verliere mich. Nicht.“ setzen wir dort mit der Geschichte wieder an, wo uns Autorin Laura Kneidl hat so gemein stehen lassen im ersten Teil. Wir erfahren schnell das Sage alles andere als Glücklich ist und vor allem nicht in dem Motel Zimmer in dem sie sich notgedrungen niedergelassen hat. Ihre finanzielle Lage verschlechtert sich zugehend. Als erstes brauchte sie eine neue Bleibe, denn diese Motel Zimmer wollte sie ganz schnell, ganz weit hinter sich lassen.

Natürlich bewirbt sie sich bei vielen WG’s in der Hoffnung wenigstens bei einer Glück zu haben. Nach einiger Zeit, ist Sage so weit „gefestigt“ das sie sich sogar zutraut mit April zu reden. Sage wusste das April hinter ihrem Bruder steht und damit ihre Zugehörigkeit klar war. Das hatte April bereits im ersten Teil erwähnt, das sie sich wohl immer auf die Seite ihres Bruders stellen würde und damit wohl die Freundschaft zu Sage wohl beendet wäre.

Doch anders als gedacht ist April froh das Sage sich meldet und wohl auf ist, auch wenn sie nicht weiß was genau, sie dazu gebracht hat sich von Luka zu trennen. Es schien doch alles so gut zu laufen? Doch Sage wickelt sich in ein Tuch des Schweigens. Viel zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an die wunderschönen Tage die sie an Lukas Seite erleben durfte und die durch einen einzigen Anruf zerstört werden konnte.

Gedanken und Sorgen

Auch zu Megan ihrer langen und besten Freundin aus der Heimat, ist natürlich auf dem neusten Stand. Während Megans Eltern sich Sorgen wie ihre Zukunft verläuft ist es Megan eigentlich schon ziemlich klar. Sage hat einen enormen Respekt vor Megans Standpunkt und wie sie diesen verteidigt. Auf die Frage ob sie sich um ihre Zukunft sorgt, antwortet Megan:

„Nein, wozu auch? Sorgen sind nutzlose Gefühle, denn sie ändern rein gar nicht. Entweder nimmt man die Dinge in die Hand und versucht, sie zu ändern, oder man lässt es bleiben und lernt, damit zu leben. Vom „Sich-Sorgen-Machen“ wird es nicht besser.“ S. 21

Während die Tage also ins Land streichen wird Sage immer wieder mit ihren Fehlern, ihren Ängsten und auch mit den ständigen Nachdenken an Luka gequält. Das Kleine Zimmer in dem sie zwangsweise einzog, ist ihr dabei keine Hilfe denn kaum in dem Zimmer, muss Sage unwillkürlich anfangen nachzudenken.

Zwischen zwei Welten

Erst als Luka nach der Silvesterfeier vor ihrer Tür steht und sie bittet wieder bei ihm und April einzuziehen scheint ihr Leben eine positive Wendung zu nehmen. Sie stimmt diesem Angebot zu, wenn auch wiederwillig weil sie die Beziehung zwischen Luka und sich selbst nicht unnötig verkomplizieren möchte. Aber in der Not frisst der Teufel fliegen. Denn auch wenn Luka ihr das Angebot macht, scheinen beide in verschiedenen Welten zu leben.

„Sekunden, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, sahen wir uns an, und obwohl uns nur wenige Schritte voneinander trennten, hätten wir nicht weiter von einander entfernt sein können, als in diesem Moment.“ S. 87

Das Zusammenleben ist weder für Luka noch für Sage einfach. Beide versuchen sich bestmöglich aus dem Weg zu gehen und nur gegenüber April versucht Sage einen gewissen Schein zu waren gegenüber ihren Bruder. Diese wollte nur durch das Aus der Beziehung zwischen den beiden nämlich nicht ihre neue beste Freundin verlieren. Ab diesem Augenblick wurde mir April übrigens noch sympathischer.

Schmerzliche Einsicht

„Luka und ich konnte nicht Zusammen sein. Mein Verstand wusste das, nur mein Herz hatte dieses Memo wohl noch nicht erhalten.“ S. 299

Auch auf die Gefahr hin, das mich Leser der Bücher nun hassen werden, aber ich war froh als Sages Stiefvater Alan auf der Bildfläche erschien. Und das Luka auch Zuhause war! (!!!)
Endlich fand Sage den Mut Luka aufzuklären warum sie Angstattacken hat, wer Alan wirklich ist und warum sie nicht Zuhause ist. Das ihre Beichte ein viel weiteres Ausmaß annahm, ahnte ich zu diesem Augenblick nicht…

Schreibstil

Wir lesen weiterhin aus der Sicht von Sage. Laura Kneidl lässt keine unnötigen Rückblicke passieren sondern man macht genau dort weiter wo es wirklich weh tut. Ich liebe sie sehr dafür. Sage Ängste werden in diesem Finalen Buch ausführlicher beschrieben so wie auch die Vergangenheit mit Alan, die ich wirklich schlucken ließ. Das Herzklopfen das Sage bei Luka spürt, konnte ich in jeder Zeile wieder so gut nachvollziehen. Auch „neben“ Charaktere wie April und auch Connor haben etwas mehr Geschichte und Text bekommen.

Gavin war davon leider sehr ausgeschlossen was mir zugegebener Maßen aber auch erst am Ende des Buches auffiel. Laura Kneidl ließ das Buch nicht plump oder oder lieblos enden sondern hat die Geschichte wunderbar enden lassen und die Geschichte wunderbar aufklären können.

Empfehlung

Du solltest Charaktere mit einer Vergangenheit, ihren Narben und Defiziten mögen. Es bleibt spannend und ein auf und ab der Gefühle was mich unweigerlich weiter lesen ließ. Ich habe beide Bücher innerhalb von guten 3 Tagen verschlungen und mochte die Verbindungen, Szenarien und die Geschichte, die ich an der Seite von Sage, Luka, April, Megan und Co. als fast ein Gruppenmitglied miterleben durfte.

Mein Fazit zu Verliere mich. Nicht.

Es waren die ersten Bücher die ich von der Autorin Laura Kneidl gelesen haben. sie konnte mich mit ihren freien und unverfänglichen Schreibstil vereinnahmen und überzeugen. Auch mit dem Thema der Psyche, die in Sages Fall eine große Rolle spielt, hat sie mich abholen können und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl das etwas missverständlich oder umständlich war oder ist.

Dieser Finale Band hat alle Fragen beantwortet und ließ mich nicht  im Regen stehen. Anfangs dachte ich, das ich vielleicht genervt sein würde von Sages Widerstand gegenüber Luka den sie sich selbst auferlegte. Schnell stellte sich diese Sorge aber wieder ein.

Ich persönlich war mehr als zufrieden mit diesem Ende der Geschichte und wünsche mir von Herzen das ich mehr solch gute Bücher von Laura Kneidl und im allgemeinen lesen werde. „Berühre mich. Nicht.“ und „Verliere mich. Nicht.“ haben sich wirklich einen Platz als zwei meiner Lieblings Bücher verdient.

Von mir bekommt "Verliere mich. Nicht." von Laura Kneidl 

5/5 Sternen!

Inhaltsangabe

Mit Luca war Sage glücklicher als je zuvor in ihrem Leben. Er hat ihr gezeigt, was es bedeutet, zu vertrauen. Zu leben. Und zu lieben. Doch dann hat Sage‘ dunkle Vergangenheit sie eingeholt – und ihr Glück zerstört. Sage kann Luca nicht vergessen, auch wenn sie es noch so sehr versucht. Jeder Tag, den sie ohne ihn verbringt, fühlt sich an, als würde ein Teil ihrer selbst fehlen. Aber dann taucht Luca plötzlich vor ihrer Tür auf und bittet sie, zurückzukommen. Doch wie soll es für die beiden eine zweite Chance geben, wenn so viel zwischen ihnen steht?

verliere_mich_nicht_laura_kneidl Bildquelle: LYX
Buchdetails
Name: Verliere mich. Nicht.
Autor: Laura Kneidl
Seiten: 470
Verlag: LYX
Erschienen: 26.01.2018
Kostenpunkt: 12,90€
Hier zu kaufen: Verliere mich. Nicht.
Genre: Roman/Romance/Young Adult
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0

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