Der Schein [Buchrezension]

Wenn der erste Schein trügt

ACHTUNG!
Ich habe diese Rezensionsexemplar von Arena Verlag zugeschickt bekommen. Vielen Dank an dieser Stelle! Nichts desto trotz wird meine Rezension wieder offen und ehrlich und unvoreingenommen sein.

Alina –  unsere Hauptprotagonistin – hat es nicht gerade einfach. Ihr Vater beschließt, das sie auf das Internat „Hoge Zand“ zu schicken. Nicht nur das es dort so gut wie keine richtige „Zivilisation“ gibt, gibt es zusätzlich auch kein Internet. Auch die Handy Verbindung könnte in jeder Höhle besser sein.

Doch all das betteln und flehen bringt nichts. Die Meinung ihres Vaters steht fest.
Ihre Mutter hätte das alles bestimmt niemals zu gelassen. Leider hat Alina keine Mutter mehr, denn diese hat ihren Vater und sie vor Jahren verlassen. Bald merkt Alina das ihre Mutter nicht nur in ihrem Herzen inne wohnt…
Niemals wird Alina ihren Vater für das Internat verzeihen können. Was wird denn nun aus ihr und Lukas? Ihrer großen Liebe aus Berlin? Und ihrer besten Freundin? Alina weiß das sie nicht mal 6 Tage auf Hoge Zand aushalten wird, geschweige denn die geplanten 6 Monate.
Hoge Zand erfüllt das typische Klischee eines Internats. Alina ist sich sehr schnell sicher, das sie hier niemals hinein passen wird. Leider sind die Alternativen nicht vorhanden.

„Im Internet hatte alles geleckt ausgesehen, hochglanzpoliert und mit Photoshop – Sonnenlicht überflutet. Der reale Zustand des alten Gemäuers war wegebotoxt worden, um reiche Eltern davon zu überzeugen, ihre Kinder hier abzustellen. Kinder wie mich.“ S. 35

Erst als Alina die „lonelies“ kennen lernt, scheint sie ein wenig anzukommen. Die Lonelies sind alles Schüler die über das Wochenende ebenfalls im Schloss Hoge Zand bleiben. Entweder weil die Eltern keine Zeit haben oder keine Zeit haben wollen.

Alina fällt es zugegebener Maßen schwer sich an die Regeln dieses Clubs zu gewöhnen und an das allgemeine Regelwerk des Internats.
So ist das Naturschutzgebiet zum Beispiel ein striktes Tabu Thema für alle Schüler. Alina bezweifelt stark das dies aufgrund der Urrinder und der paarenden Vögel ist.

„Ich befand mich an einem Ort zwischen Bahnhof, Knast und Kindergarten.“ S. 105

Das das Internat mehr als nur ein Geheimnis verbirgt, wird Alina klar als sie aus dem Computer Raum das grelle, grüne Leuchten sieht. Da das Leuchten aus dem streng verbotenen Naturschutzgebiet kommt, hat Alina endlich einen Grund dieses mehr oder minder zu betreten. Sie verschweigt den Lonelies ihr vorhaben.

„Als ich die Turmtreppe runter stieg, hätte ich Pa erwürgen können. Eine Insel, von mir aus. Aber kein Handyempfang? No fucking Way!“ S. 106

Im berüchtigten Naturschutzgebiet angekommen, staunt Alina nicht schlecht als sie ein Zelt entdeckt. Die Inhaberin nennt sich Tinka. Und obwohl Alina sie noch niemals zuvor gesehen hat, scheint sofort eine wunderbare Verbindung zu ihr zu bestehen. Auch wenn Tinka sich eher bedeckt hält und wenig von sich preisgibt, kommt es Alina gerade recht. Auch sie möchte nicht viel über ihre Vergangenheit und mit dieser Verbunden – ihre Mutter – reden.

„Wie sehr du jemanden liebst, merkst du  oft erst daran, wie weh es tut, wenn er dich verlässt.“ S. 213

Durch das Vertrauen gegenüber der Lonelies beschließt Alina ihnen irgendwann von dem grünen schimmernden Licht zu erzählen. Die Gerüchte über das berühmte Geisterschiff verdichten sich und die Lonelies mit Alina als neustes Mitglied, begeben sich auf den Pfad der dunklen Geheimnisse vom Internat Schloss Hoge Zand.

Alina weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, das sie damit nicht nur die Geheimnisse des Geisterschiffes aufdecken wird, sondern auch über ihre mysteriöse Freundin Tinka und auch ungewollt stößt sie über die wahre Geschichte ihrer Mutter…

Schreibstil

Der Schreibstil von Tania Witte und Antje Wagner die sich hinter dem Pseudonym „Ella Blix“ verbergen ist authentisch und humorvoll. Man versteht den Zorn und die Trauer die Alina beherbergt. Es wirkt nicht gekünstelt oder gestellt. Auch die tief berührende Geschichte um Alinas Vergangenheit und der, der einzelnen Lonelie Mitglieder interessant und emotional.

Am Anfang fiel es mir etwas schwer mich fallen zu lassen. Immer wieder wurde zum Ausdruck gebracht, wie wenig sich Alina mit dem Gedanken anfreunden kann, ein halbes Jahr auf Hoge Zand zu sein.

Erst als ich es zugelassen habe, tiefer in das Buch hineinzutauchen, wurden mir die Gefühle bewusst. Ich selbst habe das Buch gerade im Krankenhaus gelesen als kompletter Panik Patient und kann einfach nur sagen wie viel Halt mir dieses Buch mit Alina in der Hauptrolle gegeben hat. Gerne hätte ich noch Tage weiter lesen können. Es hat mich ab einen gewissen Moment einfach so gecatcht, das ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Empfehlung

„Der Schein“ ist kein Oberflächlicher Liebes/Jugendroman. Viel mehr geht es um die Vergangenheit einer Jugendlichen die erfolglos versucht ihre Vergangenheit zu vergessen. Ich hatte viele Momente in dem Buch wo lächeln und auch eins zwei Tränen vergießen musste. Ich mag die Idee zwischen Fantasy und Jugendbuch und finde, das jeder der eine ganz besondere Geschichte lesen mag, ruhigen Gewissens zu diesem Buch greifen sollte.

Mein Fazit zu Der Schein

Alina war mir von Anbeginn sehr sympathisch. Allgemein bietet sie als Hauptprotagonistin viel Humor, Gefühl und Details. Ihr Charakter wirkt gut überlegt und nicht gestellt. Ein bisschen weniger detailliert wirken die Nebencharaktere.

Dennoch haben sie ihre Stärken uns schmücken die Geschichte wunderschön aus. Alinas Vergangenheit die hier als wichtiges Thema ebenfalls in den Vordergrund gestellt wird, hat Hand und Fuß und lässt wenig Platz für ungeklärte Fragen. Die Charaktere, die meisten davon sind Jugendliche haben eine angenehme Reife, so das es ebenfalls angenehm ist nicht nur mehr von ihnen zu erfahren und zu lesen sondern auch somit tiefer in die Geschichte einzutauchen.

Gerne hätte ich mehr in der Vergangenheit und später in die Zukunft von Alina geblickt. Ich finde das Buch wurde etwas zu plötzlich beendet. Ich hätte gerne Zeit gehabt ein wenig von Alina, den Lonelies und Co. Abschied zu nehmen. Gerade weil es um viele Zeitepochen geht die in diesem Buch behandelt werden, wäre ich sehr für einen „kurzen“ Sprung in Alinas Zukunft gewesen 🙂

Von mir bekommt "Der Schein" von Ella Blix 

4.8/5 Sternen!

Inhalt

Alina ist neu auf dem Internat Hoge Zand auf der kleinen Ostseeinsel Griffiun. Eines Nachts sieht Alina aus einem der Turmzimmer ein dunkles Schiff am Horizont, das seltsame Blitze über das angrenzende Naturschutzgebiet schießt. Auf der Suche nach Antworten trifft sie in den Dünen auf Tinka, der sie sich sofort auf unheimliche Weise verbunden fühlt. Das Mädchen mit der seltsamen Ausrüstung weiß viel mehr, als sie wissen dürfte und verschwindet immer wieder spurlos. Als Alina mit Hilfe der Lonelies, ihrer neuen Freundes-Clique, versucht, den Rätseln der kleinen Insel auf die Spur zu kommen, macht sie eine Entdeckung, die alles in Frage stellt, was sie jemals für wahr gehalten hat …

Bildquelle: ARENA Verlag
Buchdetails
Name: Der Schein
Autor: Ella Blix
Seiten: 472
Verlag: ARENA Verlag
Erschienen: 19.01.2018
Kostenpunkt: 18€
Hier zu kaufen: Der Schein
Genre: Jugendbuch/ Fantasy
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0

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