The Lovely Side of Death Bd. 2 von Francis Eden [Witchy/Romance]

“Manchmal sind wir bereit, uns selbst zu vergiften”, sagte der Schädel in Nads Krallen leise, “einige Menschen nennen das Liebe.” S 68
!Achtung!
The Lovely Side of Death ist Band zwei der Hexbound Disasters – Dilogie von Francis Eden. Es könnte sein, das dich in dieser Buchrezension Spoiler zu dem ersten Band erwartet. Gerne kannst du auch die Rezension zu dem ersten Band “The Deadly Side of Love” lesen.
Inhaltsangabe
Deandrea “Dee” Moth muss sich in ihrer neuen Umgebung erst zurechtfinden. Dabei fällt sie versehentlich von Klippen, wird von Waldgeistern gejagt und sieht sich mit anhänglichen Schattenkreaturen konfrontiert. Während Ydril versucht, seine Hexe vor Chaos zu bewahren, läuft ihm die Zeit davon. Denn mit jedem weiteren Tag droht er, seinen Plan zu vergessen. Und der lautet: Den Pakt mit Dee einzulösen, damit sie ihre Bestimmung erfüllt. Doch diese wartet in seinen Augen im Witch Way und nicht an seiner Seite.
Als Dee endlich erfährt, was Ydril für sie geopfert hat, arbeitet sie, gemeinsam mit seiner Crew, einen ganz neuen Plan aus. Jetzt muss sie lediglich einen herzlosen Dämon davon überzeugen, sich in sie zu verlieben – erneut.
Eigene Meinung
Nachdem ich letztes Jahr Band eins, The Deathly Side of Love, von Autorin Francis Eden gelesen hatte, habe ich ihn sofort meiner Schwester empfohlen. Auch ihr hatte das Buch gefallen – so sehr sogar, dass sie uns beiden direkt Band zwei für dieses Jahr vorbestellte. Und ob dieser für mich an Band eins herankommt oder ob ich meine Erwartungen vielleicht etwas zu hoch geschraubt habe, erfahrt ihr natürlich hier …
Wie bereits in Band eins lese ich auch in The Lovely Side of Death aus den Perspektiven der Protagonisten Ydril und Deandra (kurz Dee). Zusätzlich bekomme ich nun immer wieder kleine Briefe von Ydril zu lesen, die der Geschichte noch mehr Tiefe verleihen. Nahtlos wird an den bösartigen Cliffhanger des ersten Bandes angeknüpft und ich bin dadurch schnell wieder mitten im Geschehen. Dennoch werden einige Dinge noch einmal aufgegriffen und erklärt, sodass ich als Leser problemlos zurück in die chaotische Welt der Chaoshexe Dee und des Seelenjägers Ydril finde.
Besonders angenehm fand ich dabei, dass auf lange „Was bisher geschah“-Kapitel verzichtet wird. Stattdessen werden immer wieder kleine Hinweise, Erinnerungen oder Dialoge eingestreut, die mir noch einmal ins Gedächtnis rufen, was genau passiert ist und wer eigentlich wer war.
Natürlich wird auch hier wieder viel Wert auf Humor gelegt. Gerade Dees Gedankengänge sind teilweise Oscarreif. Ich musste oft lachen, schmunzeln und habe die Zeit in diesem Buch wieder sehr genossen. Der Schreibstil ist nämlich genau das, was ich nach einem anstrengenden Tag brauche: entspannend, bildhaft und gemütlich.
Und das, obwohl ich mich diesmal gemeinsam mit Dee und Ydril direkt in der Hölle befinde – aber dazu später mehr.
Francis Eden hat ihre Charaktere erneut sehr authentisch dargestellt. Es fließt viel Gefühl in die Geschichte ein, weil ich als Leser erfahre, was Ydril alles opfern musste. Der gesamte Weg dieses wirklich ungleichen Pärchens ließ mich dabei mehr als einmal aufseufzen. Nicht etwa, weil die Geschichte langweilig oder schlecht erzählt wäre, sondern weil ich mir immer wieder dachte:
„Ach komm schon …“
Gleichzeitig hat mich genau das dazu gebracht, immer noch ein Kapitel mehr lesen zu wollen. Irgendwie hoffte ich ständig darauf, dass das nächste Kapitel für die beiden vielleicht etwas leichter werden würde. Und das spricht letztendlich auch für das Buch. Der Schreibstil überzeugt dabei nicht allein durch Spannung oder permanente Action. Stattdessen lebt die Geschichte von kleinen Situationen, emotionalen Augenblicken, Entwicklungen und den vielen Hintergrundinformationen, die nach und nach ans Licht kommen. Gerade diese Mischung hat für mich sehr gut funktioniert.
Ich erwähnte bereits, dass wir nahtlos an die Ereignisse aus Band eins anschließen. Ab hier könnte es für euch allerdings etwas spoilerlastiger werden, falls ihr den ersten Band noch nicht gelesen habt.
Ydril kämpft gegen das Vergessen an und hinterlässt der kleinen Chaoshexe Briefe, in denen er ihr erklärt, warum er gehandelt hat, wie er es getan hat. Er hat einen Pakt mit Nad geschlossen, um seiner kleinen Hexe eine zweite Chance zu ermöglichen. Diese soll sie bestmöglich nutzen. Nur weiß Dee davon zunächst nichts.
Sie erinnert sich nicht an alles und ist umso überraschter, als sie in der Unterwelt wieder erwacht. Francis Eden schafft es jedoch, diese Ausgangssituation noch einmal zu drehen. Dadurch bleiben Ydril und Dee meist nicht länger als sieben Minuten zusammen. (Das war übrigens einer dieser Momente, in denen ich mir dachte: „Ach komm schon.“)
Zugegeben – das Buch wäre vermutlich recht kurz, wenn sofort alles Friede, Freude, Mottenkugeln wäre. Von daher verstehe ich diesen erzählerischen Kniff natürlich. Und Autorin Eden setzt ihn auch gut um. Denn gerade in dieser Phase der Geschichte, in der sich das Blatt erneut wendet, rückt vor allem Dees Charakterentwicklung stark in den Vordergrund.
Selbstverständlich ist das ein großer Pluspunkt für mich – ihr wisst schließlich, wie sehr ich auf gut entwickelte Charaktere stehe.
Im Vergleich zu Band eins ist Dee kaum wiederzuerkennen. Ihr Selbstbewusstsein wächst, ihre Fähigkeiten werden bewusster eingesetzt und ihre Entscheidungen wirken überlegter. Natürlich hat vieles davon auch mit ihrer neuen Rolle in der Unterwelt zu tun. 😉
Mein abschließendes Fazit
Ich habe oft gelesen, dass sich der zweite Teil der Hexbound-Desaster-Reihe stellenweise sehr ähnlich wie Band eins anfühlt. Diese Aussage kann ich durchaus nachvollziehen, denn auch hier müssen unsere Charaktere wieder zueinanderfinden – und das sogar öfter als nur einmal. Dennoch ist The Lovely Side of Death für mich ein würdiger und gelungener Abschluss der Reihe. Wichtige Fragen werden beantwortet, offene Handlungsstränge aufgelöst und Stück für Stück kehrt auch die Spannung zurück. Vor allem aber überzeugt das Buch durch die Entwicklung seiner Charaktere.
Ich durfte liebgewonnene Figuren wiedersehen, hatte immer wieder etwas zu schmunzeln und bekam gleichzeitig einige Momente zum Nachdenken. Genauso gab es Szenen, die mich berührt haben, vereinzelte Tränen und Abschiede, die nicht spurlos an mir vorbeigingen.
In meinen Augen hat Francis Eden hier etwas wunderbar Gemütliches und Fantastisches geschaffen, in das man sich ohne große Anstrengung hineinfallen lassen kann. Eine Geschichte voller Humor, Gefühl und liebenswerter Charaktere.
Gerne mehr davon!
“Es gibt nicht immer eine Lösung, Dee. Manchmal will Leid nur Raum bekommen” S. 243
Bildquelle: LEAF
Autor: Francis Eden
Seiten: 416
Verlag: LEAF
Erschienen: 21.04.2026
Kostenpunkt: 18€
Hier zu kaufen: The Lovely Side of Death
Genre: Cozy Romantasy