Empire of Sins and Souls – Das verratene Herz von Beril Kehribar [Dark Romantasy]

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Panik war keine Lösung, aber Hoffnungslosigkeit ebenso wenig. S. 50

 

Inhaltsangabe

Zoé Durand ist eine Sünderin. Eine Lügnerin, eine Prostituierte und eine berüchtigte Diebin. Nach einer schicksalhaften Nacht muss sie sich einen weiteren Titel auf ihre Liste schreiben: Mörderin. Kein Wunder, dass sie sich nach ihrer Hinrichtung in Xanthia wiederfindet, der letzten Station vor den Toren der Hölle. Plötzlich sieht Zoé sich hungrigen Xathyr ausgesetzt, die nach den Sünden in ihrem Blut gieren. Da kommt es gerade recht, dass der attraktive Xathyr-Graf Alexei ihr einen Pakt anbietet: Sie soll drei Relikte für ihn stehlen – im Gegenzug für ihre Freiheit. Doch gerade, als Zoé denkt, sie hätte Xanthias gefährlichste Dämonen schon kennengelernt, taucht der dunkle Prinz Kaspar auf – Alexeis größter Feind und jener Xathyr, vor dem der ganze Hof in Angst lebt. Zoé ist von Kaspars Schatten gleichermaßen abgestoßen und fasziniert. Noch ahnt sie nicht, dass sie weder Kas noch Alexei vertrauen sollte …

 

Eigene Meinung

Diese Reihe von Beril Kehribar hatte mich schon interessiert, als sie frisch erschienen ist. Sehr euphorisch habe ich mir damals direkt Band eins und zwei geholt – und nun habe ich endlich den ersten Teil gelesen. Ob ich die Reihe fortsetzen werde oder ob der Kauf von Band zwei vielleicht doch etwas zu euphorisch war, erzähle ich euch hier.

Bereits der Anfang ist hart, denn im ersten Satz wird klar, dass die Protagonistin Zoé stirbt. Warum und wieso, wird auch recht zügig erklärt. Der Schreibstil ist dabei sehr flüssig und leicht verständlich. Ich erfahre ebenfalls schnell, dass Zoé vom Schicksal kein leichtes Leben bekommen hat, sondern für alles kämpfen muss. Da sie sich um ihre kranke Mutter kümmert, braucht sie dringend Geld – und begibt sich deshalb in die Prostitution.

Autorin Kehribar schreibt bereits im Vorwort, dass sich Empire of Sins and Souls eher an eine erwachsene Zielgruppe richtet. Am Ende des Buches werden zudem noch einmal detailliert Triggerpunkte aufgeführt. Zusätzlich gibt es ein Glossar, in dem nicht nur die Charaktere aufgelistet sind, sondern auch verschiedene Begriffe und Sätze aus der Geschichte übersetzt werden.

Jedes Mal, wenn ich zu dem Buch gegriffen habe, konnte ich in kurzer Zeit viele Seiten lesen. Die Kapitel sind kurz, der Schreibstil zugänglich – rein technisch also ein Buch, das sich gut wegliest. Aber ich musste erst Lust bekommen, es überhaupt in die Hand zu nehmen. Und genau da lag mein Problem. Die Stimmung ist für mich leider nicht übergesprungen. Auch wenn ich die Beschreibungen von Xanthia – der Vorhölle sozusagen – sehr interessant fand, haben mich weder die Düsternis noch die Gefahr wirklich erreicht. Und auch Protagonistin Zoé konnte ich nicht die Empathie oder Sympathie entgegenbringen, die ich mir gewünscht hätte. Ihre Probleme werden früh thematisiert, aber der Charakter selbst bleibt für mich lange auf Distanz.

Hinzu kommt, dass die Geschichte häufig abzweigt. Es werden viele Thematiken eröffnet, die für die Handlung durchaus wichtig wirken, aber vielleicht nicht alle direkt zu Beginn hätten eingeführt werden müssen. Für mich war es stellenweise zu viel. Jede neue Schwierigkeit schien die Geschichte intensiver machen zu sollen – doch bei mir führte das eher dazu, dass ich emotional weiter weggerückt bin. Auch das „Zuckerbrot-und-Peitsche“-Spiel von Graf Alexei empfand ich als anstrengend. Nicht nur Zoé wusste nicht, woran sie bei ihm ist – ich als Leserin irgendwann ebenfalls nicht mehr, allerdings eher im Sinne von Nachvollziehbarkeit als von Spannung.

Leider war Empire of Sins and Souls nicht das, was ich mir erhofft hatte. Vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch. Auch wenn die Autorin im Vorwort schreibt, dass Zoé Zeit braucht – was ich durchaus verstehe – reicht mein eigenes Interesse leider nicht aus, um die Reihe fortzusetzen.

Mein abschließendes Fazit

Die Geschichte rund um Zoé Durand, die sich prostituiert, um ihre kranke Mutter zu versorgen und durch Notwehr in der Vorhölle landet, hätte großes Potenzial gehabt. Leider konnte sie mich emotional nicht erreichen. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich, doch ich hatte nur wenig Motivation, aktiv zu diesem Buch zu greifen.

Zoé trägt viele schwere Lasten, die mir auch leid tun, aber eine echte Sympathie für sie wollte sich bei mir nicht entwickeln. Auch die Atmosphäre rund um Xanthia blieb für mich eher Behauptung als fühlbare Welt. Ich wollte diese Reihe wirklich mögen – aber Band eins konnte mich leider nicht dazu verführen, weiterzulesen.

Handwerklich ist das Buch auf jeden Fall solide und thematisch steckt viel darin, aber zwischen mir, den Figuren und der Welt ist emotional einfach eine Distanz geblieben. Trotz guter Ansätze hat sich mein Leseerlebnis deshalb eher zurückhaltend angefühlt.

“Ein Xathyr zu sein, bedeutet auch, für immer von Erinnerungen eingeholt zu werden, denen man am liebsten entfliehen würde.” S. 121

 

Von mir bekommt "Empire of Sins and Souls - Das verratene Herz" von Beril Kehribar 

3/5 Sternen!

 

 

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empire_of_sins_and_souls Bildquelle: KNAUR
Buchdetails
Name: Empire of Sins and Souls - Das verratene Herz
Autor: Beril Kehribar
Seiten: 400
Verlag: KNAUR
Erschienen: 02.09.2024
Kostenpunkt: 18€
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Kostenpunkt (Hörbuch / eBook): 12,99€
Genre: Dark Romantasy
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0