God of Ruin Bd. 4 von Rina Kent [Dark Romance]

“Du bist so eine Gefahr, dass ich dich am liebsten verschlingen würde.”
“An mir würdest du dir den Magen verderben, Arschloch.”
“Das ist es wert, Muse.” S. 183
!Achtung!
“God of Ruin” ist ein Dark Romance Roman und beinhaltet eine Triggerwarnung! Diese sollte auf jeden Fall ernst genommen werden! Stell bitte dich und deine geistige Gesundheit dabei in den Vordergrund! Dieses Buch solltest du erst ab 18 lesen! Es handelt sich hier um den vierten Teil der “Legacy of God ” Reihe. Die Bücher können aber unabhängig von einander gelesen werden.
Inhaltsangabe
Mia Sokolov, Mafia-Erbin mit selektivem Mutismus, macht keine Gefangenen. Doch als sie Landon King eine Kostprobe seines eigenen Handelns gibt, erkennt sie schnell, dass manche Taten gefährliche Konsequenzen mit sich bringen können.
Landon King ist ein genialer Künstler, ein vornehmer, reicher Junge, der besessen von Mia ist … und dem düsteren Geheimnis, das sie verbirgt.
Trotz Landons psychotischer Tendenzen, die Mia in die Enge treiben, bringt seine Obsession sie näher zusammen, als sie beide je erwartet hätten. Doch während Landon der Wahrheit über Mias Vergangenheit immer näher kommt, nähern sich auch die Schrecken, die sie heimsuchen.
Sie mag gelernt haben, ihm zu vertrauen. Doch wenn alles in sich zusammenbricht, wird er sie beschützen oder ins Verderben stürzen?
Eigene Meinung
Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist – nicht wahr? Nun habe ich gerade Band 3 – God of Wrath – der Legacy of Gods-Reihe beendet und ich bin ehrlich: Ich wollte mehr. Also ging es direkt weiter mit God of Ruin und dieses Buch hat mich zwischenzeitlich tatsächlich etwas zweifeln lassen …
Bekannt und beliebt sind mittlerweile die verschiedenen Perspektiven, aus denen ich God of Ruin erleben darf. Genau wie in den vorherigen Bänden bekomme ich wieder die Sicht der Protagonisten. In diesem Fall dreht sich alles um Landon und Mia. Und natürlich gibt es auch wieder mein lieb gewonnenes Elternkapitel. Diesmal begleite ich dabei Kyle – den Vater von Mia und ihrer Zwillingsschwester Maya.
Als ich gemerkt habe, dass es hier um Landon und Mia geht, ging mein Herz ein kleines Stück auf. Mia mochte ich bereits aus den vorherigen Büchern sehr gerne und ich war unglaublich neugierig darauf zu erfahren, warum sie nicht spricht. Und Landon ist ebenfalls ein Charakter, der es mir zwar nicht immer leicht gemacht hat, aber neben Nikolai definitiv zu den interessantesten Figuren der Reihe gehört. Deshalb fange ich auch direkt mit ihm an.
Landon ist ein brillanter Kopf. Man könnte fast schon von einem Genie sprechen. Er erkennt Gefühle, kann sie benennen und analysieren, betrachtet sie jedoch häufig eher als Schwäche. Dadurch wirkt er auf viele Menschen kühl und distanziert. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass Landon Schwierigkeiten mit emotionaler Empathie hat. Das bedeutet allerdings nicht, dass er die Gefühle anderer Menschen nicht wahrnimmt – ganz im Gegenteil. Er erkennt Emotionen oft schneller als die Personen selbst und versteht es hervorragend, dieses Wissen für sich zu nutzen.
Landon ist jemand, der verschiedene Masken aufsetzen kann, um genau die Reaktionen hervorzurufen, die er benötigt. Er versteht zwischenmenschliche Dynamiken, erkennt Zusammenhänge und beobachtet sein Umfeld mit einer Aufmerksamkeit, die manchmal fast schon beängstigend wirkt.
Genau das machte ihn für mich sehr viel interessanter, als ihn einfach nur als eingebildeten Arsch abzustempeln. Denn hinter seiner arroganten Fassade steckt deutlich mehr, als man zunächst vermutet. Vor allem hat er mich immer wieder an Killian aus God of Malice erinnert und auch das wird im Verlauf der Geschichte mehrfach angesprochen.
Ich könnte jetzt kitschig werden und sagen, dass Landon sich aufgrund seiner großen Liebe verändert, so wie auch Killian es versucht hat. Aber genau das mag ich an Rina Kents Charakteren so sehr: Sie entwickeln sich weiter, ohne dabei ihr komplettes Wesen zu verlieren. Es bleibt immer ein großer Teil ihres ursprünglichen Charakters erhalten. Sie lernen lediglich dazu und entwickeln Wege, sich besser oder anders zu regulieren. Besonders die männlichen Exemplare der Legacy of Gods-Reihe fallen mir dabei immer wieder auf.
Mia empfand ich vor allem deshalb als interessant, weil sie mutistisch ist und aufgrund psychischer Ursachen nicht spricht. Trotzdem ist sie alles andere als still. Ihre Gedanken kann ich als Leser jederzeit verfolgen und dadurch erhält sie eine Stimme, die genauso laut sein kann wie die vieler anderer Charaktere. Außerdem kommuniziert sie über Gebärdensprache, was ich sehr spannend fand.
Besonders eine Szene ist mir dabei im Kopf geblieben. Die Szene, in der Nikolai sich wegdreht – ihr wisst schon. Rina Kent hat diesem Moment genau das richtige Maß an Gewicht verliehen. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Ich habe den Schmerz dieser Situation förmlich gespürt.
Mia ist für mich ein fantastischer Charakter, weil sie weder zu „leise“ noch zu „laut“ wirkt. Sie findet genau die richtige Balance. Sie fügt sich wunderbar in die Gruppe ein, ohne dabei unterzugehen, und bildet gemeinsam mit Landon ein überraschend starkes Gespann. Besonders gefallen haben mir ihre kleinen Eigenarten. Zum Beispiel die Tatsache, dass sie ihren Blumen Namen gibt (ja, ich mache das auch xD) oder dass sie Blau liebt, diese Farbe aber nur zu besonderen Anlässen trägt. Solche kleinen Details sorgen dafür, dass sich ein Charakter für mich lebendig anfühlt. Außerdem habe ich erfahren, dass Mia Verkauf studiert. Tatsächlich hätte mich sehr interessiert, was genau sie später einmal verkaufen möchte und ob sie dafür einen bestimmten Bereich im Kopf hat. Das sind diese kleinen Dinge, bei denen ich manchmal gerne noch etwas mehr über einen Charakter erfahren würde. Vor allem hat Mia für mich deshalb funktioniert, weil sie sich nicht unterbuttern lässt. Weder von ihrer Schwester, noch von ihrem Cousin oder ihrem Bruder. Dabei wird sie nie unnötig bockig oder trotzig. Stattdessen versucht sie meist, an Vernunft, Vertrauen und Verständnis zu appellieren. Das machte sie für mich sehr sympathisch.
Ich begleite in God of Ruin also nicht nur interessante Charaktere, die auf den ersten Blick wieder so gar nicht zueinander passen, sondern auch eine Geschichte über Familie, Zusammenhalt, Loyalität und Vertrauensmissbrauch.
Anfangs dachte ich wirklich, dass ich der Geschichte nicht so viel abgewinnen könnte wie den vorherigen Bänden. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich das Buch überrascht. Vielleicht sogar ein kleines Stück mehr als einige seiner Vorgänger. Es war schön zu erleben, wie die Charaktere zusammenrücken, sich gegenseitig helfen und füreinander einstehen. Vor allem hatte ich bei vielen Figuren deutlich seltener das Gefühl von „naiv“ oder „hin- und hergerissen“. Die Entscheidungen wirkten für mich nachvollziehbarer und die Beziehungen zueinander gefestigter.
Mein abschließendes Fazit
Anfangs dachte ich wirklich, dass God of Ruin vielleicht das schwächste Buch der Legacy of Gods-Reihe für mich werden würde. Doch schlussendlich bin ich den Charakteren wieder vollkommen verfallen.
Diesmal begleiten wir Landon und Mia – zwei Charaktere, die es nicht nur faustdick hinter den Ohren haben, sondern für ihre Familie vermutlich auch in den Krieg ziehen würden. Bei Mia wird das relativ schnell deutlich. Bei Landon hingegen muss man gefühlt etwas genauer zwischen den Zeilen lesen, um diesen Teil seines Charakters zu erkennen.
Besonders gefallen hat mir erneut, wie zwei scheinbar vollkommen gegensätzliche Charaktere miteinander harmonieren können. Rina Kent schafft es immer wieder, Figuren zusammenzubringen, bei denen man zunächst denkt: Das kann niemals funktionieren.
Und trotzdem funktioniert es.
Ich liebe Rina Kent für ihre Charaktere, für die Tränen, die sie mir regelmäßig entlockt, und für das Grinsen, das sich auf meinem Gesicht breitmacht, sobald ihre Figuren anfangen, sich mit ihren Sprüchen wieder gegenseitig die Klinge in die Hand zu geben.
“Verdammt noch mal die Meine.”
Das bin ich.
Aber genauso ist er der Meine. S. 397
Bildquelle: Vajona
Autor: Rina Kent
Seiten: 554
Verlag: Vajona
Erschienen: 17.09.2025
Kostenpunkt: 19€
Hier zu kaufen: God of Ruin
Genre: Dark Romance