Rabid von Ivy Asher & Raven Kennedy [Dark Werewolf Romance]

Er dachte er könnte mich beherrschen, aber jetzt hat er begriffen, dass es niemals dazu kommen wird. S. 101
!Achtung!
Es handelt sich bei “Rabid” von Ivy Asher & Raven Kennedy um ein Dark Werewolf Romance Buch und beinhaltet eine Triggerwarnung! Diese sollte auf jeden Fall ernst genommen werden! Stell bitte dich und deine geistige Gesundheit dabei in den Vordergrund! Desweitere habe ich dieses Buch bei einem Blogger Gewinnspiel von dem Verlag Kyss gewonnen und mich damit bereit erklärt eine Rezension zu schreiben. Meine Rezension spiegelt meine persönliche Meinung wieder und wird nicht von dem Gewinn beeinflusst!
Inhaltsangabe
Ich träume schon mein ganzes Leben davon, mich endlich in eine Wölfin zu verwandeln. Wie jedes Mitglied meines Rudels muss ich dazu ein Ritual vollziehen. Doch ein brutaler Angriff auf mich lässt dieses Ritual völlig aus dem Ruder laufen: Die Verbindung geht schief, und anstatt meine Wölfin zu kontrollieren, kontrolliert sie mich. Wir sind eins und doch getrennt. Wild, ungezähmt, zornerfüllt. Statt mir zu helfen, verstoßen meine eigenen Leute mich. Sie setzen mich auf dem Land des Ruin-Falls-Rudels aus, das mehr Monster als Wolf oder Mensch sein soll. Und das größte Monster von ihnen ist ihr Alpha: Tyran. Doch meine Wölfin scheint zu glauben, dass dieser Alpha genau der Richtige für uns ist, egal, wie grausam sein Ruf ist. Und es interessiert sie nicht im Geringsten, dass ich anderer Meinung bin …
Eigene Meinung
Als ich die E-Mail von Kyss bekommen habe, in der mir mitgeteilt wurde, dass ich gewonnen habe, habe ich mich sehr gefreut. Rabid stand schon länger auf meiner Wunschliste und ich war gespannt, ob mich Raven Kennedy (bekannt aus der The Darkest Gold-Reihe) erneut begeistern kann. Von Ivy Asher hatte ich bisher noch nichts gelesen, weshalb ich sehr motiviert und offen an dieses Buch herangegangen bin.
Tatsächlich hatte ich zuvor noch nichts über Wölfe gelesen und bin entsprechend unvoreingenommen in die Geschichte gestartet. Der Aufbau hat mir dabei wirklich gut gefallen. Seneca – die Protagonistin von Rabid, deren Geschichte ich aus der Ich-Perspektive erlebe – war mir vom ersten Eindruck her absolut in Ordnung. Besonders gelungen fand ich, wie ihre innere Zerrissenheit dargestellt wurde. Allgemein kamen Senecas Emotionen für mich sehr greifbar und nachvollziehbar rüber.
Ich hatte jedoch häufig das Gefühl, dass hier ein großer Fokus auf die Szenerien und Senecas Gedankenwelt gelegt wurde. Dialoge gibt es zwar, sie bleiben aber eher schwach ausgeprägt und besitzen nicht unbedingt viel Tiefe. Teilweise passt das gut zur Geschichte, da es sich bei Rabid um eine Dark Werewolf Romance handelt. Als Leserin werde ich zudem deutlich häufiger mit der Wolfsform konfrontiert als mit der menschlichen – und diese Szenen empfand ich auch wesentlich stärker als jene, in denen Seneca als Mensch agiert.
Es gab einige Momente, die mir wirklich Gänsehaut bereitet haben. Vor allem der Flux, also die erste Begegnung Senecas mit ihrer Wölfin, war unheimlich intensiv beschrieben. Diese Szene hat auch rückblickend vieles für mich getragen. Ich fand sie so episch, dass sie für mich allein einen zusätzlichen Stern verdient hat.
Allerdings war auch die Brutalität – insbesondere die sexuelle – sehr präsent. Der Sex-Anteil ist insgesamt hoch, was meiner Meinung nach die emotionale Tiefe und die zwischenmenschliche Komponente etwas verdrängt hat.
Auch Schlüsselfiguren wie Senecas Mutter oder Vater bleiben eher angerissen. Da sie bereits verstorben sind, erfahre ich als Leserin nur wenig über Senecas Vergangenheit – abgesehen von dem, was sie selbst darüber erzählt. Diese Rückblicke sind meist negativ gefärbt, was vor allem mit dem Alpha ihres Rudels und dem Rudel selbst zusammenhängt. Seneca hat über die Zeit immer mehr Distanz aufgebaut, um dem Alpha möglichst aus dem Weg zu gehen.
Der Schreibstil ist insgesamt sehr angenehm, leicht und flüssig zu lesen. Die Kapitel haben eine gute Länge und laden dazu ein, „noch schnell ein Kapitel“ zu lesen. Auch wenn die Umgebungsszenen lebhaft beschrieben sind und stellenweise sogar ein gewisses Zuhause-Gefühl vermitteln, blieb für mich vieles leider recht oberflächlich. Die Charaktere wirkten häufig eintönig, und auch der Sprachgebrauch erschien mir an manchen Stellen etwas unpassend. Zudem fehlte mir stellenweise die Spannung, da Seneca gefühlt von einem Unglück ins nächste stolpert, was sich für mich teilweise wiederholend angefühlt hat.
Wer auf intensive Spice-Szenen steht, wird hier definitiv fündig. Dafür muss man allerdings Abstriche bei der Story machen. Rabid ist kein schlechtes Buch, konnte mich aber nicht auf allen Ebenen so abholen, wie ich es mir erhofft hatte.
Mein abschließendes Fazit
Viel Spice – leider mit einer etwas zu kurz geratenen Story. Es gibt einige Szenen in diesem Buch, die mir echte Gänsehaut beschert haben, dennoch blieb dieses dumpfe Gefühl von Oberflächlichkeit für mich durchgehend bestehen. Da Rabid ein Einzelband ist, was ich grundsätzlich sehr mag, hätte ich mir umso mehr charakterliche Ausuferungen gewünscht: mehr Hintergrund, mehr Details, mehr Tiefe.
Auch wenn einige Szenen sehr bildhaft beschrieben sind, fehlt es den Charakteren an einem gewissen Etwas. Viele von ihnen lesen sich sehr ähnlich, und auch Seneca gerät immer wieder in die gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Schwierigkeiten. Wenn man über diese Punkte hinwegsehen kann, ist Rabid ein solides Buch.
Und auch wenn meine Rezension sich vielleicht nach einer „Drei“ anhört – die Flux-Szene allein hat einen vollen Stern ausgemacht. Ich hatte Gänsehaut und konnte dieses Buch für einen kurzen Moment wirklich fühlen.
Und einfach so, ungezähmt oder nicht, fühlen alle Teile meiner selbst sich so an, als passten sie allmählich perfekt zusammen, einschließlich der zerbrochenen Scherben. S. 306
Bildquelle: Kyss