Die Zahlen der Toten von Linda Castillo [Thriller]

Ich spüre den Tod im Raum. Um mich herum nur Dunkelheit. Auch in mir drin. Und im Alter von vierzehn Jahren lerne ich, dass es in meiner sicheren und behüteten Welt das Böse gibt. S.17
Inhaltsangabe
Die verstümmelte Leiche der jungen Frau liegt auf einem schneebedeckten Feld. Ihr Mörder hat sie regelrecht abgeschlachtet und ihr eine römische Zahl in den Bauch geritzt. Fassungslos steht Kate Burkholder, die neue Polizeichefin im verschlafenen Painters Mill, Ohio, vor der grausig anmutenden Szenerie. Kann es wahr sein? Ist der, den sie damals den „Schlächter“ nannten, und der vor 16 Jahren mehrere junge Frauen auf bestialische Weise tötete, wieder zurück?
Für Kate steht jetzt alles auf dem Spiel: Sie muss den Mörder so schnell wie möglich finden. Doch dann muss sie auch ein Geheimnis preisgeben, das sie ihre Familie und ihren Job kosten könnte.
Eigene Meinung
Immer auf der Suche nach neuen Thriller-Autor habe ich zum Auftakt der Kate-Burkholder-Reihe von Linda Castillo gegriffen. Und ich darf dich spoilern: Ich werde Kate Burkholder definitiv noch länger begleiten.
Obwohl mir „Ermittler-Thriller“ eigentlich selten wirklich zusagen, war ich hier schon ab der ersten Seite gefesselt. Autorin Castillo hat mit ihrer Protagonistin Kate Burkholder genau meinen Geschmack getroffen. In Die Zahlen der Toten lese ich aus verschiedenen Perspektiven. Besonders spannend finde ich den Wechsel: Aus Kates Sicht wird die Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt, während die anderen Figuren in der Erzählperspektive auftreten. Der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen und schafft es, die Spannung konstant oben zu halten. Polizeiarbeit nimmt zwar einen wichtigen Platz ein, wirkt aber nie zu technisch oder überladen – Fachbegriffe werden nachvollziehbar erklärt.
Natürlich steht Kate Burkholder im Fokus. Sie ist Polizeichefin in Painters Mill – und was sie in meinen Augen noch interessanter macht, ist ihre Vergangenheit als Amische. Die Thematik rund um die Amish People finde ich generell spannend, und hier wurde sie sehr gut aufgegriffen. Castillo verdeutlicht eindrücklich, was diese Vergangenheit für Kate bedeutet. Damit geht es in der Geschichte nicht „nur“ um die Jagd nach einem Serienkiller oder trockene Polizeiakten, sondern auch um Kates persönliche Vergangenheit – was sie als Figur für mich greifbarer und komplexer macht. Zusätzlich konnte ich wunderbar miträtseln (eine kleine Schwäche von mir 😅). Die Morde und Leichen werden detailliert beschrieben, ebenso die Autopsien, wodurch die Atmosphäre noch dichter wirkt. Geheimnisse – nicht nur von Kate selbst – bringen außerdem unerwartete Wendungen ins Spiel.
Besonders gefallen hat mir Kates Menschlichkeit und ihre Empathie gegenüber den Hinterbliebenen. Gefühle wirken bei Castillo immer authentisch, nie übertrieben oder zu gering. Auch John, der zunächst nur mit seinen Sprüchen punkten konnte, hat sich in der Zusammenarbeit mit Kate schnell zu einem Lieblingscharakter entwickelt. Ihre Dynamik ist großartig. Zwar hatte ich an einigen Stellen das Gefühl, dass Kate viele spannende Gedanken mit sich trägt, diese aber selten ausspricht. Gleichzeitig passt genau das zu ihrer Figur: eine Polizeichefin, die noch nicht lange im Amt ist, ihren Platz sucht und ihren eigenen Weg innerhalb der Gemeinschaft finden muss.
Mein abschließendes Fazit
Wer auf durchgängige Spannung und gut gezeichnete Charaktere steht, wird mit Die Zahlen der Toten definitiv seine Freude haben. Die Geschichte rund um die ehemalige Amische und heutige Polizeichefin Kate Burkholder hat mich bestens unterhalten. Ihre Persönlichkeit, ihre Empathie und ihre Geheimnisse konnten mich ebenso überzeugen wie der Fall um den Serienmörder in Painters Mill. Der Schreibstil bleibt konstant spannend und erlaubt faszinierende Einblicke in die Amish-Welt. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen und freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Kate Burkholder in Painters Mill.
Ich habe das Gefühl, mein ganzes Leben ist auf diesen Moment zugelaufen. Und doch bin ich nicht darauf vorbereitet. Aber wie, in Gottes Namen, soll man sich auf die eigene Selbstzerstörung vorbereiten? S. 316
Weitere Rezensionen zu Die Zahlen der Toten bei:
Bildquelle: Fischer
Autor: Linda Castillo
Seiten: 432
Verlag: Fischer
Erschienen: 01.09.2010
Kostenpunkt: 13€
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Genre: Thriller
08.09.2025 - 6:58 a.m. Uhr
[…] Die Zahlen der Toten von Linda Castillo [Thriller] […]
15.09.2025 - 5:11 a.m. Uhr
Schönen guten Morgen!
Ah, nun hast du auch diese Reihe angefangen! 😀
Gefühlt seit Jahren sehe ich sie immer wieder überall und jeder scheint begeistert zu sein! Ich selber mag ja “Ermittler” Thriller bzw. Krimis total gerne, bin aber leider noch nicht dazu gekommen, hiermit anzufangen. Aber ich freu mich schon drauf! Die Reihe soll ja so gut weitergehen.
Liebste Grüße, Aleshanee
15.09.2025 - 8:38 a.m. Uhr
Guten Morgen liebe Aleshanee,
Jaa, ich bereute es tatsächlich ein bisschen, das ich so lange gebraucht habe zu der Reihe zu greifen! Aber absolut toller Thriller!
Kann ich wirklich nur sehr empfehlen! Ich muss nur noch schauen, das ich jetzt Stück für Stück ein neues Buch aus der Reihe bekomme 😀
Ganz liebe Grüße und einen schönen Wochenstart!