Das Böse in Deinen Augen [Buchrezension]

Imogen und ihr Ehemann Dan reißen alle Zelte ab, um in Gaunt – Imogens alter Heimat –  noch einmal neu zu Beginnen. Auch der Wunsch eine Familie zu gründen, steht nun wieder im Vordergrund. Doch noch ist Imogen nicht davon begeistert wieder nach Hause zurückzukehren. Vorallem weil sie es niemals als ihr Zuhause empfunden hat. Als sie aber schnell einen neuen Arbeitsplatz als Sozialarbeiterin findet und die Akten von Ellie Atkinson vor sich hat, bleibt ihr keine andere Wahl mehr, als zu bleiben..

ACHTUNG!
Ich habe dieses Rezensionsexemplar von dem Basteil Lübbe Verlag selbst zugeschickt bekommen. Vielen Dank an dieser Stelle!
Nichts desto trotz wird meine Rezension wieder offen und ehrlich und unvoreingenommen sein. Und vergesst an dieser Stelle nicht, das Gewinnspiel zu den drei Ebooks die ich dank dem Bastei Lübbe Verlag verlosen darf! HIER kommt ihr zu dem Gewinnspielpost für ein Ebook von Jenny Blackhurst „Die Stille Kammer“

Ein Wahnsinn in drei Akten

Wir starten bei dem „Umzug“ nach Gaunt. Schnell erfahren wir von Imogen selbst, das sie ihrer kleinen Heimatstadt der wenig über den Weg traut. Geheimnisse gibt es hier nicht, dafür aber viele Gerüchte und Menschen die sie gerne weiter tragen. Das Dan ihr Ehemann damit weniger Probleme hat, merkt man auch recht schnell. Er versucht aus seiner Frau schlau zu werden, denn gibt es anscheinend eine menge in ihrer Vergangenheit die sie nicht erzählen möchte.

Imogen fühlt sich durch Dans Wunsch ein Kind zu kriegen, unter Druck gesetzt. Sie zweifelt stark daran das sie eine gute Mutter wäre auf der Erfahrung ihrer Vergangenheit und aus der Angst heraus wie ihre eigene Mutter zu sein beziehungsweise zu werden. Denn diese war sehr distanziert zu Imogen und kalt.

Deswegen war Imogen auch nicht auf ihrer Beerdigung und das sie dann ein Problem damit hat, das Erbe anzutreten – und zwar das alte Zuhause – ist sie ebenfalls nicht begeistert.

Akt eins: „Willkommen“ in Gaunt

Relativ schnell lernt Imogen auch schon Ellie kennen. Sie kommt durch einen Unfall mit ihr in Kontakt und anhand der Reaktionen der anderen, merkt auch Imogen das man es mit dem kleinen Mädchen bisher nicht gut gemeint hatte. Nur Mary, ist eine Unterstützung für Ellie und zeitgleich die einzige Freundin die Ellie in Gaunt hat. Alle anderen scheinen sie zu meiden. Selbst die Erwachsenen.

Imogen hat sofort Mitleid mit der kleinen und kann sich gut in sie hinein versetzen. Erging es ihr als kleines Mädchen doch nicht viel anders. Bald treten auch die Gerüchte rund um das Mädchen Ellie Atkinson auch auf sie zu. Imogen kann nicht glauben das man Ellie für eine Art Hexe hält und sie als Böses Kind einstuft. Sie hält das alles für großen Hokus Pokus und ist Fassungslos über die Boshaftigkeit der Menschen in Gaunt.

„Und wenn es wahr ist, wenn sie eine Art böser Freak ist, darf sie für den Rest ihres Lebens niemanden je wieder nahe sein.“ S. 127

Akt zwei: Eine Reihe mysteriöser Unfälle

Schnell muss auch Imogen (unter anderem am eigenen Leib) spüren, das wirklich etwas in Gaunt vor sich geht und auch sie muss sich fragen, ob Ellie wirklich das kleine Mädchen ist, für das sie, sie hält. Der Tod der Lehrerin von Ellie wirft viele Fragen auf und auch Ellie kann sich nicht daran erinnern, was in dieser Nacht war. Fakt ist doch aber, das ihre Lehrerin sie nie besonders leiden konnte. Führt hier das eine zum anderen?

Ich als Leser war hin und her gerissen zwischen der Glaubwürdigkeit von Ellie und dem was man liest und in Gaunt mitbekommt. Für einen Unfall sind die „Zufälle“ doch zu nahe auf einander folgend. Und leider führen alle Hinweise auf Ellie hinaus. Einzig Imogen möchte trotz allen Wiedrigkeiten ihrer jungen Klienten glauben. Das sie damit den selber Fehler begeht wie in ihrer Vergangenheit, lässt sie dabei außen vor.

Auch wenn die leise Stimme in ihren Kopf immer mehr an Kraft und Intensität gewinnt…

Akt drei: Ein Dorf in Aufruhr

Die Lage spitzt sich immer mehr zu und auch Imogen bleibt nicht verschont von Warnungen und Gerüchten. Immer mehr gerät sie zwischen die Fronten und kämpft gegen ihre eigenen Überzeugungen an. Auch wenn sie Ellie glauben möchte, zieht sich die Schlinge gefährlich zu.

Ein persönlicher Vorfall lässt Imogen dann jeglichen Glauben an Ellie verlieren. Auf der Suche nach der Wahrheit und nach Beweisen die Ellie belasten können, wechselt auch Imogen für kurze Zeit die Seiten. Als die Kinder des Dorfes, Rache an Ellie verüben wollen, schafft es Imogen gerade noch so einzuschreiten. Doch die Überzeugung das Ellie zu weit schlimmeren Sachen allein durch ihre Gedankenkraft in der Lage ist, lässt auch Imogen das Blut in den Adern gefrieren…

Schreibstil

Als Leser wechselt man zwischen Imogens „Ich – Perspektive“ zu Ellies Perspektive aus der dritten Person. Der Schreibstil ist flüssig wenn auch ein wenig gezogen. Imogen stellt sich als sehr dickköpfiger Charakter vor, der meist aus ihrem Gefühl heraus handelt. Damit macht sie es vorallem ihrer Umgebung schwer und verletzt damit auch ihren Mann. Immer wieder erwähnt sie wie sehr sie ihn liebt und wie Glücklich sie ist, ist aber auch schnell gereizt durch fehlende Disskussionen auf die Dan sich beispielsweise nicht einlässt.

Ich finde Ellie dabei stellenweise viel Reifer und fast sogar „zu reif“ für eine Elf Jährige. Natürlich ist das auch ihrer Vergangenheit geschuldet.

Ebenfalls gut beschrieben finde ich auch das „paranormale“ was mit Ellie in Verbindung gebracht wird. Dennoch stellt man sich die Frage warum die Pflegemutter keinerlei Anstalten macht, selbst zu Recherschieren. Angst allein kann es nicht sein. So geht es mir übrigens bei dem ganzen Städtchen. Alle haben Angst vor einem kleinem Mädchen aber niemand möchte anscheinend tiefer damit involviert werden.

Dadurch zieht sich die Geschichte an manchen Ecken und ich hatte ein wenig den Eindruck auf der Stelle zu treten ohne sonderliches Vorankommen.

Empfehlung

Das Kinder in Horrorfilmen oder auch Büchern gerne ein wenig gruselig wirken, ist eine länger bestehende Tatsache. Auch hier wurde Ellie als etwas gruselig da gestellt aber ist es nicht nur sie. Es sind allgemein die Kinder in Gaunt die irgendwie im Gesamtbild sehr komisch sind. Wer gerne etwas „paranormales“ ließt, wird auch bei „Das Böse in deinen Augen“ viel Spaß haben.

Mein Fazit zu Das Böse in Deinen Augen

Jenny Blackhurst hat ein interessantes Szenario beschrieben, was ich mir auch wirklich als Film vorstellen könnte. Leider sind zu viele „Leerstellen“ vorhanden in dem es nicht weiter geht und ich so die Spannung verloren habe. Die Charaktere waren durchdacht, vor allem Ellie und auch das Ende ergibt Sinn und macht dem Genre „Psychothriller“ alle Ehre. Den Mittelteil hätte man ebenfalls ein wenig auf diese Zweigleisigen Spuren fahren lassen sollen.

Das Ende hat mich wirklich gefangen und ich wollte wissen wie es ausgeht. Allerdings ist das für mich ein wenig zu spät. Immer wieder habe ich Lese-Pausen eingelegt weil mich das Buch nicht genug fesseln konnte. Den Zwiespalt den Imogen hier immer wieder durchlebt ist ermüdend. Ellies Kapitel sind viel, viel kürzer und haben aber dadurch auch mehr Spannung. Ihre Gedanken und ihre Sicht auf die Welt der Erwachsenen wurden super beschrieben.

Von mir bekommt "Das Böse in Deinen Augen" von Jenny Blackhurst 

3.5/5 Sternen!

Inhalt

Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen, oder doch?
Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das seine Familie bei einem Brand verloren hat und ihre Hilfe benötigt. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann erleidet auch Imogen einen schrecklichen Verlust – und sie fürchtet, dass es ein Fehler war, Ellie zu vertrauen …
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das_boese_in_deinen_augen_mini Bildquelle: Bastei Lübbe
Buchdetails
Name: Das Böse in Deinen Augen
Autor: Jenny Blackhurst
Seiten: 431
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 27.04.2018
Kostenpunkt: 11€
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Genre: Psychothriller
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0