Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden [Buchrezension]

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Eine schreckliche Nachricht die man keinem wünscht, ist wenn einem der baldige Tod vorhergesagt wird. So ergeht es auch dem jungen Postboten aus dem berührenden Roman von Genki Kawamura. Allerdings wird ihm ein Deal vorgeschlagen, der einfacher fast nicht sein könnte. So glaubt er zumindest zu Anfang…

Heute das, morgen das…

Wir lesen aus der Sicht des junge Postboten der die schlechte Nachricht von seinem Arzt erhält das er bald sterben muss. Er ist unheilbar Krank. Während andere vielleicht am Boden zerstört wären, fängt unser Postbote an, darüber nachzudenken ob sein Leben denn erfüllt und so wichtig war, wie er es sich immer erhofft hat. Wird er etwas hinterlassen? Wird er in Erinnerung bleiben?

Zuhause angekommen begrüßt er nicht nur seinen Kater Weißkohl den er von seiner Mutter geerbt hat, sondern auch seinen Zwilling. Er stand sich selber gegenüber. Das kuriose ist nur, er hat gar keinen Zwilling.

Sein Doppelgänger stellt sich als der Teufel persönlich vor. Während ich mir dachte, das der arme Postbote nun komplett von Sinnen ist, wird das im Buch gar nicht thematisiert. Es ist der Teufel und einzig sein Aussehen wird kurz besprochen. Mit dem Hawaihemd wirkt selbst der Teufel nicht wie einer. Der Teufel schlägt ihn aber nun den Deal vor: Jeden Tag wird er vorbei schauen, und der Postbote muss äußern was verschwinden soll. Dafür bekommt er einen Tag Leben geschenkt. In der ersten Sekunde klang das selbst für mich sehr verlockend.

„Entsprach das dem Wert unserer Gespräche? Wie viel kostet ein Wort?“ S. 65

Das typisch Kleingedruckte

Es wird kurz geschrieben beziehungsweise beschrieben, das der Postbote sich nicht irgendwelche Kleinigkeiten weg“wünschen“ kann. Natürlich wäre es auch zu einfach wenn man sich einfach den Staub, dreckige Fenster oder ähnliches aus dem Weg schaffen könnte.

Während der Hauptprotagonist sich als erstes also „wünscht“ das die Telefone verschwinden, sind es am zweiten Tag die Filme, am dritten die Zeit. Am vierten Tag beschließt der Teufel die Katzen verschwinden zu lassen. Weißkohl, der vererbte Kater, sagt dem Postboten das es für ihn in Ordnung wäre, zu verschwinden, nur unser Postbote ist da anderer Meinung und die Entscheidung die er daraufhin trifft, überrascht nicht nur uns…

Schreibstil

Genki Kawamura hat in seinem Buch einen wunderschönen und interessanten Pfad von Minimalismus angewandt. Wenige Charaktere haben einen Namen und auch unser Hauptprotagonist hat keinen. Da wir aus seiner Sicht lesen, ist das nicht schwer zu verkraften. Interessant hat Kawamura hier einen Blick auf das Leben freigegeben mit vielen schönen und emotionalen Facetten.

Man wird sich dem Konsum bewusst, dem „schnellen“ vorankommen. Kleine Dinge werden nicht lange genug beachtet um das sie an Bedeutung gewinnen könnten. Schön fand ich auch, das der Autor hier keinerlei irgend eine Religion mit eingefügt hat. Natürlich gibt es den Abschnitt über Gott, Teufel sowie Adam und Eva aber viel mehr wird hier auf der philosphische Sinn des Lebens angesprochen und thematisiert.

Empfehlung

Unbedingt. Wenn ihr Katzen Liebhaber seid: Noch mehr! Ich möchte diesen Roman am liebsten jeden ans Herz legen, weil er einen wachrüttelt mit Charm, Gefühl und viel Witz. Ich möchte mein Exemplar nicht mehr hergeben.

Mein Fazit zu Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Zu Anfang fand ich es befremdlich, das es nicht viele Namen gab auf die der Autor eingeht. Ich hatte etwas Angst, das dieses Buch zu Religiös oder vielleicht ein Stück zu kompliziert wird. Beide Ängste waren völlig unbegründet. Ich habe jeden Charakter in dem Buch in mein Herz geschlossen und mochte die Nachricht die das Buch mir überreicht hat.
Der Gedanke das man diesen Deal vorgeschlagen bekommt, ist fast ein wenig tröstlich auch wenn ich mir bewusst bin, das dass natürlich nicht wahr ist. Allerdings haben wir alle die Möglichkeit jeden Tag zu etwas besonderen und einzigartigen zu machen.

Von mir bekommt "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" von Genki Kawamura 

5/5 Sternen!

Inhalt

Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes …

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Wenn alle Katzen von der Welt verschwaenden von Genki Kawamura Bildquelle: C. Bertelsmann
Buchdetails
Name: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
Autor: Genki Kawamura
Seiten: 192
Verlag: C. Bertelsmann
Erschienen: 23.04.2018
Kostenpunkt: 18€
Hier zu kaufen: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
Genre: Roman /Philosophie
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0