Nichts ist gut. Ohne Dich. [Buchrezension]

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In Sechs Jahren kann sich eine Menge verändern. Das wird Jana bewusst als Leander aus dem Nichts vor ihr steht. Sofort kommen nicht nur alte Gefühle der Vertraut- und Geborgenheit wieder, sondern mit ihnen noch viel mehr Erinnerungen an den Jungen der ihren Bruder auf dem Gewissen hat…

Das verflixte sechste Jahr?!

In den neuen Roman von Lea Coplin „Nichts ist gut. Ohne Dich“ der am 20.04.2018 im dtv erscheint, lesen und lernen wir die schwierige Geschichte zwischen Jana und Leander kennen.
Abwechselnd lesen wir zwischen den beiden und lernen dabei ihre Gedanken und Gefühle besser kennen und vor allem auch ihre Sicht auf die verschiedenen Dinge.

Jana und Leander hatten sich vor sechs Jahren das letzte mal gesehen. Sie und ihre Schwester Marie haben nämlich vor sechs Jahren ihren Bruder Tim verloren und mit ihm den Kontakt zu Leander. Während Marie das nicht stört und sie teilweise sehr heftig auf den „verlorenen“ Leander reagiert ist Jana hin und her gerissen. Keiner wollte ihr damals erklären was passiert war und vor allem: Warum ist Leander so schnell verschwunden? Und möchte Jana die Antwort überhaupt hören?

„Wenn du die Schreie nicht hören willst, solltest du gewisse Türen nicht öffnen.“ S. 22

Im Zweifel

Zurück aus Berlin und wieder in München angekommen, holen Leander relativ schnell wieder die alten Geister ein. Max, sein alter Schulfreund, hat ihm verraten wo Jana arbeitet und natürlich ist sein Besuch in der Buchhandlung nicht ganz so „zufällig“ wie es den ersten Eindruck macht. Während er versucht herauszufinden wie er zu Jana steht, und sie zu ihm, ist dort auch noch seine an Krebs erkrankte Mutter, mit der er so viel Zeit wie möglich verbringen möchte.

Zu seinem Vater hat er den Kontakt abgebrochen. Er fühlt sich von ihm verraten und findet es nicht Fair wie er mit seiner Mutter umgeht. Allerdings hat seine Mutter damit Frieden geschlossen, was Leander nur noch mehr sauer aufstößt. Die komplette Welt scheint sich gegen ihn zu wenden.

„Ich wüsste zu gern wer ich bin. Und wann ich mich verloren habe.“ S.67

Ab wann wächst das Gras?

Jana und Leander versuchen sich zu nähern doch stoßen sich auch irgendwie immer wieder von einander ab. Ich hatte das Gefühl das keiner von den beiden, die wirklich aufrichtige Möglichkeit bekommen haben zu trauern um Tim.

Der Verlust von Tim wird hinter vorgehaltener Hand behandelt. Marie – Janas ältere Schwester, bei der sie momentan wohnt – hat erst lange nach der Beerdigung von Tim, ihre Trauerphase erreicht. Jana versuchte sich während dessen hinter einer Stein Mauer zu verkriechen um in keiner Art und Weise wieder verletzt werden zu können. Der Kontakt zur Mutter wurde von ihr beendet, weil alle das Gefühl hatten, nach Tims Tod, währen alle ihre Kinder gestorben.

Marie gegenüber kann sich Jana nicht genug öffnen. Aus Selbstschutz und Sorge. Janas Vater ist nach London gezogen um dort neu Anzufangen, versucht aber einen Kontakt mit Jana aufzubauen was ihm sehr spärlich gelingt.

Auch Leander der Tim auf dem gewissen hat, wegen des Autounfalls, scheint ebenso nicht trauern zu können. Er möchte vor allem gegenüber seiner Mutter stark sein, das diese sich nicht noch mehr sorgt. Zu seinem Vater hat er keinen Kontakt und bis auf seine Freunde und Mitbewohner Max und Bale, hat er kaum jemanden zu reden. Bis auf Jana. Zu eben dieser möchte er sich erklären, doch Jana beruht lieber Gras über die Sache wachsen zu lassen und neu anzufangen, was nicht nur ihr sondern auch Leander verdammt schwer fällt…

„Ich weine um Henrik, den ich verletzt, um Leander, den ich gebrochen habe, und um meinen toten Bruder, der mich nicht mein Leben leben lässt.“ S. 148

Schreibstil

Ich kenne schon andere Bücher der Autorin nur unter anderen Pseudonym. Ihr Schreibstil hat sich im Gegensatz zu dem Letzten Buch was ich von ihr gelesen habe (Mein Herz ist eine Insel), für mich sehr ins positive entwickelt! Ich mag den Szenarien Wechsel zwischen Jana und Leander und auch die Nebencharaktere die mit einem gewissen Charme ausgearbeitet wurden, finde ich super.

Persönlich war ich irgendwie sofort „Team Leander“. Er war mir schon in der Leseprobe sehr sympathisch erschienen. Das heißt nicht das ich Jana nicht mochte! Sie ist Tough, selbstbewusst, direkt und liebt Katzen. (Viele Grüße hier an Mouse :D) Leander war denke ich, für mich auf gewisse Art und Weise von den charakteristischen Tiefen nur Emotionaler und hatte mich deswegen auch mehr gecatcht. Gerade seine Geschichte mit seiner Mutter, hat mir hier und da Tränen in die Augen getrieben.

Man hat hier eine Achterbahn der Gefühle und selbst kam ich einige Male ins Grübeln wie es mir in Janas oder auch in Leanders Stelle ergehen würde.

Empfehlung

kann ich hier ganz klar aussprechen! Ich hatte das Glück bei Vorablesen.de ein Leseexemplar zu bekommen, hatte es mir allerdings schon im Hugendubel vorbestellt. Na gut, das konnte man Gott sei Dank schnell beheben, aber wie ich bereits auf meinem Monatshighlight gezeigt habe, habe ich mich so oder so auf dieses Buch gefreut. Es ist emotional, München wird wunderschön in Szene gesetzt und die Charaktere haben alle ihr Päckchen zu tragen, was sie erst richtig authentisch macht.

Mein Fazit zu Nichts ist gut. Ohne Dich.

Ich habe das Buch sofort als es ankam angefangen zu lesen und sofort hatte Lea Coplin mit ihrem Schreibstil, mit ihrer Geschichte und ihren Charakteren genommen und mich an sie gebunden. Die Neugier zu erfahren, in welcher Verbindung Jana und Leander zu einander stehen, was es mit ihrem verstorbenen Bruder Tim auf sich hat und wie die beiden miteinander umgehen werden und ob sie es überhaupt können hat mich natürlich interessiert.

Es kollidieren hier zwei Charaktere ineinander die unterschiedlicher fast nicht sein können. Jeder hat dabei sein Lastern die er hegt und pflegt und damit leider auch meist ihr drum herum vergessen. Hier wird veranschaulicht wie wichtig es ist, miteinander zu reden und nicht alles unter den Teppich zu kehren.

Genau ist das auch der einzige Punkt der mich gestört hat. Weder Jana noch Leander können wirklich offen miteinander um gehen, wollen sich aber nahe sein. Einmal hätten sie nur in den Sauren Apfel beißen müssen und sich der Vergangenheit stellen müssen. Ein Gespräch hätte vieles vereinfacht. Ob das Buch das trotzdem so ergreifend gewesen wäre, ist dann die zweite Frage.

Von mir bekommt "Nichts ist gut. Ohne Dich." von Lea Coplin 

4,9/5 Sternen!

Inhaltsangabe

Sechs Jahre lang haben sich Jana und Leander nicht gesehen. Als Kinder waren sie unzertrennlich – bis zu diesem einen, verhängnisvollen Abend im August, als Janas Bruder Tim bei einem Autounfall ums Leben kam. Leander fuhr den Wagen. Und verschwand danach aus Janas Leben. Kein Wort haben sie seitdem gewechselt, wissen nichts mehr voneinander. Und jetzt steht er plötzlich vor ihr. Mit seinen hellblauen Augen. Und die Anziehungskraft ist so viel größer als Jana wahrhaben will. Sechs Jahre hat sie versucht, ihn zu hassen. Und nun ist er da, aus einem wirklich guten Grund: Er ist hier, damit sie ihn rettet. Nur weiß er das selbst noch nicht.

nichts_ist_gut_ohne_dich Bildquelle: dtv
Buchdetails
Name: Nichts ist gut. Ohne Dich.
Autor: Lea Coplin
Seiten: 352
Verlag: dtv
Erschienen: 20.04.2018
Kostenpunkt: 10,95€
Hier zu kaufen: Nichts ist gut. Ohne Dich.
Genre: Roman/Jugendbuch
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0

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