Das Falsche in mir [Buchrezension]

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Die Abgründe der Seele

Lukas Salfeld führt zu Anfang das Leben, eines Otto-Normalbürgers. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und einen Job in einer Sicherheitsfirma. Die Beziehung zur Ehefrau ist ein wenig kühl und distanziert, aber Lukas ahnt nicht das dies nur die Spitze des Eisberges ist.

Unser Hauptprotagonist – Lukas –  hat seine Strafe an den Mord seiner Jugendliebe abgesessen und hat sich ein normales Leben fernab von seiner Vergangenheit aufbauen können. Immer wieder schleichen sich aber düstere Gedanken ein und versuchen den Dämon in ihm zu wecken. Erst als eines Tages die Polizei vor seiner Tür steht und ihn des Mordes an einem jungen Mädchen beschuldigt, scheint die Vergangenheit ihn wieder einzuholen.

Er schafft es der Polizei zu entwischen und nimmt immer wieder andere Identitäten an und versucht sich von großen Menschenmengen fernzuhalten. Denn es dauert nicht lang bis die ganze Stadt auf der Suche nach dem „Schnitter Mörder“ ist. Und Salfeld kann es ihnen nicht verübeln. Er hat keinerlei Erinnerung an die Nacht, in dem das Mädchen ermordet wurde. Kein Alibi und keine 100%ige Sicherheit, das er nicht der Mörder ist. Er fängt an Nachforschungen zu betreiben und versucht sich Krampfhaft zu erinnern.

Er erstellt sich bei Facebook ein Profil um so Kontakt mit den Mädchen aufzunehmen, die im Alter der ermordeten sind um so auch den eventuellen Täter näher zu kommen. Dieser hat das alles aber schon lang bedacht.

Ebenfalls lesen wir aus der Sicht der ermittelnden Beamtin Sina. Immer wieder sind sie Lukas auf den Fersen und scheinen ihn dann genauso schnell wieder zu verlieren. Sina selbst ist nicht davon überzeugt das Lukas der Täter ist. Warum sollte jemand sich Jahrelang ein normales Leben aufbauen, sich wieder in die Gesellschaft integrieren, wenn er doch wieder rückfällig wird?

Aber ist es denn nicht so mit alten Dämonen? Auch Sina müsste das wissen. Selbst hat sie ewiglich ihren Mund gehalten. Niemand wusste von den Vergewaltigungen und Missbräuchen ihres Onkels. Nicht nur an Sina selbst, sondern auch an ihrer Freundin Meret wie sie herausfindet.

Sina wird es immer wichtiger diesen Fall aufzulösen und dem Täter zu überführen. Nicht nur um mit ihrer Vergangenheit ein Stück weit abzuschließen, sondern auch für all die Mädchen die damals genauso leiden mussten und gequält wurden wie sie. Als Lukas irgendwann selbst bei der Polizei anruft und bittet sein Telefon zu Orten scheinen die Dinge ineinander über zu gehen und der Kreis der Verdächtigen wird immer enger…

Schreibstil

Christa Bernuth erzählt in ihrem Buch „Das Falsche in mir“ aus verschiedenen Blickwinkeln. Zu Anfang haben wie Leander Kern, dann kommt Lukas dazu und natürlich auch Sina. Wenn wir aus Lukas Sicht lesen, lesen wir alles aus der Ich-Erzählung. Wir versuchen uns durch seine Gedankenstränge zu wursteln und die Frage, ob er wirklich der gesuchte Mörder ist, bleibt immer ein Rätsel.

Sina lesen wir aus der 3. Person. Die Beschreibungen werden ein wenig detaillierter. Leider werden dafür Gedanken von Sina oft mit in den Gesprächen/Befragungen beschrieben. Problematisch wird es, weil die Autorin bei Befragungen darauf verzichtet hat die wörtliche Rede einzusetzen. Es ist durchaus erkennbar, aber man brauch ein wenig Konzentration um sich zwischen dem Gespräch und den Gedanken zurecht zu finden.

Die Charaktere sind dabei soweit ausgearbeitet, wie der Bedarf an diesem Charakter in dem Buch ist. Lukas wird natürlich sehr ausführlich beschrieben und man kann ihn sich vorstellen, während andere Charaktere wie beispielsweise Sina, etwas distanzierter und schwächer auf/ausgebaut sind. Der Anfang des Buches ist interessant, man fragt sich nach den ersten Seiten bereits was passiert und die Spannung ist sofort da.

Leider weicht diese immer wieder auf einen sehr zähen Punkt aufgrund des Versteckspiels von Lukas und den bisher immer im Sande verlaufenden Ermittlungen der Polizei. Das Ende wiederum wirkt sehr gut durchdacht und schlüssig und da kommt auch wieder Spannung auf, leider ist das Buch dort nur fast wieder vorbei.

Empfehlung

Empfohlen habe ich es bereits meiner Freundin. Der Psychische Aspekt in diesem Buch ist auf keinem Fall zu verachten und der Plot ist genial. Auch wenn der Mittelteil Stellenweise schwächer abgeschnitten hat bei mir, finde ich dafür den Einstieg und das Ende sehr gelungen.

Mein Fazit zu Das falsche in mir

Besonders interessant fand ich den Einstieg. Er war durchaus ungewohnt da man direkt den ersten Gewaltakt des Täters liest, aber es ist spannend aufgebaut und hat mich dazu gebracht weiter zu lesen. Leider gab es dann immer wieder sehr trockene Momente die den Lese-Fluss sehr verlangsamt haben was aber auch teilweise an der Schreibweise lag. Es war in einigen Fällen sehr schwierig die gedachten und gesagten Worte auseinander zu halten und den jeweiligen Charakteren zuzuschreiben.

Um so näher ich mich dem Ende näherte um so mehr Fahrt kam dann wieder auf. Es folgten gute Schlagabtäusche zwischen den Charakteren. Am Ende waren noch ein paar Fragen bezüglich der Charaktere die für mich noch nicht beantwortet oder offen gelassen wurden. Das ist etwas, was mich leider bei Büchern öfter stört. Deswegen ich diesen Kritik Punkt auch nicht als Versäumnis der Autorin sehe. Die Geschichte hat ein Ende und ich denke wenn man nicht so kleinlich wie ich ist, kann man sich mit diesem auch super arrangieren.

Von mir bekommt "Das Falsche in mir" von Christa Bernuth 

3/5 Sternen!

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Bildquelle: dtv Premium
Buchdetails
Name: Das Falsche in mir
Autor: Christa Bernuth
Seiten: 352
Verlag: dtv Premium
Erschienen: 27.05.2016
Kostenpunkt: 9,95€
Hier zu kaufen: Das Falsche in mir
Genre: Thriller
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0