EVIL [Buchrezension]

evil

Ein einziges böses Geheimnis…
Dave’s  Welt ist so unbekümmert, wie man es von einem zwölf Jährigen erwartet. Die größte Angst gilt schlechten Noten oder Hausarrest. Am liebsten hängt er mit seinen Freunden in der Natur ab. Die, in den 50-Jahren spielende Vorstadt Idylle bietet dafür die perfekte Umgebung. Die sich untereinander kennende Nachbarschaft, passt gegenseitig auf sich auf. Und sowieso wurde ja noch nie eingebrochen, so das auch Türen und Fenster nur selten zugeschlossen werden.

Die besten Freunde von Dave sind die Chandler Jungs: Donny, Willie und Woofer. Gerne hängt er bei ihnen und ihrer Mutter – Ruth Chandler – ab. Ruth bietet den Jungs eine menge Freiraum und wenige Regeln. Genau das richtige um schöne, freie Tage zu genießen.
Am Anfang des Buches lernt Dave schon Meg kennen. Meg und ihre jüngere Schwester Susan, leben seit kurzen bei Ruth und den Jungs. Ihre Eltern hatten einen tödlichen Autounfall und Ruth wäre die nächste Verwandte. Das erfährt Dave von Donny als er ihn darauf angesprochen hat.

Er versteht sich gut mit Meg und bewundert ihre Stärke und Erwachsene Erscheinung, obwohl sie gerade mal mit ihren vierzehn Jahren, zwei Jahre älter ist als Dave selbst und dazu auch noch gerade ihre Eltern verloren hat. Außerdem sieht sie in Dave’s Augen wunderschön aus.

„Ich sah, was für ein tapferer Mensch sie war. Ich sah den Schrecken und das Leiden. Ich sah die Katastrophe die sie überlebt hatte. Die ganze Tragödie.“ S.43

Man ließt die Gedanken von Dave während er sich fragt, wie er auf Meg zugehen soll, aufgrund des Todes ihrer Eltern. Er möchte sich Reif verhalten, erwachsen, möchte ihr, sein Beileid ausdrücken und merkt wie schwer das ist. Einige Tage lang entfernt er sich von ihr und von den Chandlers um in keine peinliche Situation zu geraten.

Die Angst vor jener Situation wird bald aufgelöst und er kann ungehindert mit Meg sprechen. Sie fängt an ihm zu vertrauen und er scheint somit der einzige zu sein.
Sie erzählt ihm von ihren Ängsten und Sorgen. Gerade der Hass, der ihr und ihrer Schwester von Ruth entgegen schlägt, ist für sie unverständlich.

„.. Ruth hasst mich Mich und Susan, beide. Du kriegst das ja nicht mit. Du meinst, das war nur das eine Mal, aber so ist es nicht. Es ist die ganze Zeit so. Manchmal arbeite ich den ganzen Tag für sie, und ich kann es ihr einfach nicht recht machen, nichts passt ihr, nichts ist so, wie sie es machen würde. Sie findet mich bloß dumm, faul und hässlich…“ S.100

Das kann Dave sich nicht vorstellen. Die Ruth, die ihnen so viel Freiheiten lässt? Schnell muss Dave erkennen das es sich dabei nicht um irgendwelche Hirngespinste von Meg handelt, sondern bittere Realität ist.

Meg und Susan werden von Ruth geschlagen, gedemütigt und beschimpft. Dave erkennt sie nicht wieder. Als Leser wurde mir schnell klar, das Ruth auf psychischer Ebene nicht mehr ernst zu nehmen ist. Auch ihre Jungs scheinen das alles für völlig normal zu halten und finden sogar Freude an den Misshandlungen gegenüber Meg und Susan.

Dave muss sich entscheiden: Hält er zu Meg und ihrer Schwester? Oder denkt auch er, das die Geschwister das verdient haben? Wofür auch immer er sich entscheidet, die Zeit spielt gegen ihn…

Schreibstil

Ketchums Schreibstil ist einfach und (leider) verständlich. Er benutzt keine unnötigen Füllwörter, Wiederholungen oder Phrasen. Er lässt uns teilhaben an einer Geschichte die kein 12 Jähriger erleben und keine 14 Jährige wiederfahren sollte. Es ist grausam, furchtbar und stellenweise Ekelerregend. Die „Psychosen“ der Mutter verschlimmern das Szenario stetig und man hofft immer und immer wieder auf eine gute Fügung. Die weiß Jack Ketchum dann aber sofort wieder im Keim zu ersticken.

Empfehlung

Tja… wem empfehle ich dieses Buch.. Teilweise empfand ich das Buch wie eine Krankheit diese ich niemanden wünsche. Andererseits ist es dafür zu gut geschrieben. Meine (große) Schwester hatte dem Buch böse Blicke zu geworfen und gemeint „Ich weiß nicht ob ich möchte das meine kleine Schwester das ließt“. Tja, das wusste ich schlussendlich auch nicht mehr. Allerdings würde ich es Leuten empfehlen die von „Fantasy Horror Geschichten“ mal eine durchaus „reale“ Horror Geschichte lesen möchten. Für alle zart besaiteten Menschen, bzw. Sensiblen Menschen, würde ich um das Buch vielleicht doch einen Bogen machen.

Mein Fazit zu EVIL

Jack Ketchums „Evil“ ist eigentlich auf so vielen, vielen Ebenen Falsch und unmoralisch das ich während des lesens nicht nur einmal den Kopf schütteln musste. Es ist grausam und so ehrlich. Ich habe eine menge gelesen und auch das Vorwort von Stephen King hat mir nur ein müdes Lächeln abgewinnen können. Als ich das Buch dann beendet hatte, schaute ich es warscheinlich genauso an, wie meine Schwester es tat.
Ich mochte seinen Schreibstil. Kam auch sofort rein. Die Schnelligkeit des Buches war angemessen und dennoch folgten die einzelnen Ereignisse (für mich) in viel zu kurzer Atem hol Pause.

Von mir bekommt "Evil" von Jack Ketchum 

4.6/5 Sternen!

Inhaltsangabe

Die USA in den 50er- Jahren. Nach außen hin eine heile Welt, doch inmitten der amerikanischen Vorstadtidylle wird ein Junge mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert. Jack Ketchum zeigt in seinem beunruhigenden , grenzüberschreitenden Horrorthriller die Abgründe der menschlichen Seele auf.

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Bildquelle: Heyne Hardcore
Buchdetails
Name: Evil
Autor: Jack Ketchum
Seiten: 336
Verlag: Heyne Hardcore
Erschienen: 05.12.2005
Kostenpunkt: 08,95€
Hier zu kaufen: Evil
Genre: Horror, Roman
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0