Splitterlicht [Buchrezension]

Splitterlicht

Abgesplittert
Als Leser erlebt man den Unfall, wie Delaney ins Wasser einbricht recht schnell. Die Autorin hat dabei wenige Seiten verloren und es kam sogar etwas sehr schnell für meinen Geschmack. Richtig kennen lernen tut man einzelne Charakter erst im Krankenhaus in dem man mit Delaney landet. Die „Krankenhausseiten“ zogen sich dagegen wie Kaugummi. Natürlich wurden verschiedenste Tests und Untersuchungen an Delaney vollbracht aufgrund ihres überleben von 11 Minuten ohne Sauerstoff unter Wasser.

Decker gibt sich für diesen Unfall die Schuld und wird von dem „taffen“ jungen Mann, schnell als junger Mann mit weichen Kern auserkoren. Er ist, wie ihre Eltern, jeden Tag im Krankenhaus an ihrem Bett. Die Schuldgefühle die Decker so quälen kommen zwar ernsthaft rüber, aber werden zu häufig von anderen Dingen überspielt und als „nebensächlich“ dargestellt. Delaney erholt sich und darf das Krankenhaus daraufhin bald verlassen. Zu Anfang schien mit ihr alles in Ordnung zu sein, aber nach ihrer Nahtod Erfahrung merkt sie schnell das alles noch nicht so unter Dach und Fach ist, wie es sein sollte. Sie fühlt sich immer wieder zu gewissen Personen hingezogen. Das äußert sich mit einen Jucken tief im Gehirn der hinabwandert auf die Schultern bis zu den Armen. Erst nachdem sie den mysteriösen „Troy“ kennenlernt, versteht sie, das sie und er die Gabe besitzen zu spüren wenn ein Mensch bald sterben wird.

Zusammenhänge

Die Autorin, hat die einzelnen Charaktere in Splitterlicht gut beschrieben und auch die jeweiligen Beziehung zu- und miteinander. Die Beziehung zwischen Decker und Delaney fand ich etwas schwerfällig. Er mag sie eigentlich, und sie ihn, aber dadurch das sich niemand traut etwas zu sagen, reden sie so endlos lang aneinander vorbei. Gerade in der Hinsicht weil Decker und auch Delaney sich dann jeweils zu jemand anderen hingezogen fühlen, was aber nicht der Wahrheit entspricht. Teilweise hatte ich den Eindruck das der Autorin es schwer fiel, mehr als nur „grobe“ Gefühle zu beschreiben. Mir persönlich stieß vor allem die Beziehung zwischen den Eltern und Delaney und noch spezieller zwischen der Mutter und Delaney auf. Es gibt in dem Buch einige Dialoge zwischen Tochter und Mutter, die mir zum Schluss viel zu einfach aufgelöst wurden. Interessant fand ich auch das der Vater teilweise komplett aus dem Buch verschwand. Die Mutter taucht häufig auf und der Vater eigentlich nur größeren Festivitäten zum Beispiel. Auch mit Troy hatte die Autorin es meiner Meinung nach, viel zu einfach gehandhabt. Und auch in dieser Hinsicht die Gefühle Delaney nur sehr grob und auch sehr kühl beschrieben.

Schreibweise

Megan Miranda hat einen sehr flüssigen Schreibstil. Man findet sich schnell zurecht und bekommt auch schnell die Informationen die einen beschäftigen. Sie hält sich dabei nicht unbedingt mit großen Details auf beschreibt alles grob und das ist auch in Ordnung. Am Anfang dachte ich nicht das ich mich mit diesem Stil so schnell zurechtlesen würde. Manchmal wurden die Dinge so grob angeschnitten, das ich einen Absatz zurückspulen musste um nochmal nachzuvollziehen was geschehen war, weil Delaney sich plötzlich mit jemanden ganz andere unterhielt. Ansonsten findet man sich schnell zurecht und muss auch über manche Dinge schmunzeln, einfach weil manche Dinge irgendwie nicht zu passen scheinen aber es sich dann meist im Folgesatz beispielsweise auflöst.

Gesamteindruck

Splitterlicht ist ein schönes Buch wenn man mal eine längere Busfahrt vor sich hat oder einen gemütlichen Adventssonntag Zeit findet. Ich habe mich mit dem Buch ca. 3 Tage beschäftigt was in etwas 100 Seiten pro Tag sind. Auch wenn der Anfang ein wenig stolpernd von statten geht, wird die Spannung relativ schnell und auch sicher aufgebaut. Es werden viele Fragen geklärt die sich Delaney und damit finde ich auch der Leser im laufe des Buches stellen.
Leider gibt es aber auch ebenso viele Stellen wo ich mir dachte das die Autorin sich jetzt traut ihre „Komfort Zone“ etwas zu verlassen, aber leider sprang sie doch dann meist wieder zu ihrer üblichen Schreibweise zurück. Das Ende des Buches kam für mich leider genauso so schnell wie der Anfang. Ich hatte den Eindruck das sie sich nicht mehr mit vermeidlich „beiläufigen“ Dingen beschäftigen möchte und es wirkt sogar stellenweise ein wenig „durch das Buch gehetzt“.

Mein Fazit zu Splitterlicht

Ich bereue es nicht das Buch gekauft zu haben. Es ist unterhaltsam, man fiebert auch mit, aber leider viel zu kurz. Einmal durch die Seitenzahl und weil die Autorin ihre aufgebaute Spannung selbst zu Nichte macht indem sie die Situationen oder Szenarien fiel zu schnell und meines Erachtens auch zu einfach auflöst. Die Thematik mit der Nahtod Erfahrung hingegen ist schon wieder ein großer Pluspunkt aus meiner Sicht. Es kommt nicht überzogen oder überspielt rüber wie sie die Gedankengänge von Delaney beschreibt. Ein wenig mehr Liebe für Details hätte es geben können aber auch ohne kann man sich wohlfühlen in dem Buch. Schön hätte ich es gefunden wenn nicht alle „Probleme“ so einfach gelöst werden konnten. So hat man mir ein wenig das Kribbeln genommen und das Bangen in manchen Situationen was ich schade finde und vor allem auch sehr wichtig! Aber das kann man ja vielleicht in einem anderen Buch noch besser machen 🙂

Klappentext

Elf Minuten ist Delaney unter dem Eis, bevor ihr bester Freund Decker sie aus dem eiskalten See herausziehen kann – und nach allem, was die Ärzte sagen, sollte sie eigentlich tot sein. Aber nach einer Woche im Koma erwacht Delaney – ohne bleibende Schäden. Und trotzdem ist nichts, wie es vorher war. Nach und nach zeigen sich Risse in Delaneys Alltag und ihrer Wahrnehmung. Unausgesprochene Gefühle zwischen ihr und Decker belasten Delaney zusätzlich, und sie fühlt sich plötzlich zu dem mysteriösen Troy Varga hingezogen, der nach einer Nahtoderfahrung dieselbe schreckliche Fähigkeit wie sie zu besitzen scheint: Beide spüren den bevorstehenden Tod anderer Menschen.

Buchdetails
Name: Splitterlicht
Autor: Megan Miranda
Seiten: 320
Verlag: Ravensburger
Erschienen: 01.03.2016
Kostenpunkt: 9.99€
Hier zu kaufen: Splitterlicht
Genre: Jugendbuch
Kategorie: Allgemein, Rezension Kommentare: 0

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